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Korruptionsprozess: Kritik an OB Feldmanns Verteidigung

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Von: Sandra Busch

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OB Peter Feldmann mit seinem Anwalt im Landgericht.
OB Peter Feldmann mit seinem Anwalt im Landgericht. © dpa

Im Prozess gegen den OB geht es um Details seiner gescheiterten Ehe. Das ruft Empörung hervor. Daraufhin äußert sich Feldmann in den sozialen Medien.

Die „konkreten Umstände“ der Beziehung zwischen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau sollten dargelegt werden. So verliest es Feldmanns Anwalt am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstag im Prozess gegen den OB wegen Vorteilsannahme. Es geht um Trennungen und eine fragile Beziehung, um Höhen und Tiefen und allerlei Details der Partnerschaft. Um darzulegen, dass der Status der Beziehung unklar war, als Feldmanns spätere Frau bei der Arbeiterwohlfahrt angestellt wurde und ein hohes Gehalt bezog. „Schmutzige Wäsche“, nennt das eine Zuschauerin nach zwei Stunden Erklärung.

Aber es geht auch um eine Hochzeit, die wegen einer Schwangerschaft stattfand. Eine Schwangerschaft, die von Feldmann nicht gewollt war. Um eine Abtreibung, für die er sich aussprach, sich aber nicht durchsetzte. Über all das gibt es in den sozialen Medien viel Empörung aus der Stadtpolitik. „Das ist wirklich dermaßen unmenschlich. Mir tut das Kind leid“, schreibt Yannick Schwander, Stadtverordneter und stellvertretender Frankfurter CDU-Chef. „Wie kann ein Vater sein eigenes Kind nur zum Spielball in einem Prozess machen?“

Grünen-Stadtverordnete Julia Ebertz ist „komplett fassungslos. Wie schäbig geht’s noch?“ Und Parteikollegin Ursula auf der Heide geht es ähnlich. „Dass ich den OB schon immer für einen miesen Charakter gehalten habe, hatte ich schon durchblicken lassen. Trotzdem bin ich fassungslos.“ Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (Grüne) empfindet es auch als „unglaublich.. Bei ihm gilt ‚schlimmer geht immer’...“. CDU-Stadtverordnete Carolin Friedrich fragt sich: „War da nicht was mit einer exklusiven Foto-Lovestory zur Hochzeit im Höchster Schloss? Und sind ihm seine Töchter nicht angeblich das Wichtigste (weshalb er auch gerne Termine abgesagt hat).“ Sie möchte nicht daran denken, „wie sich seine Tochter später fühlt, wenn sie das erfährt“.

Zübeyde Feldmann, das Paar lebt nun getrennt, hätte am zweiten Verhandlungstag aussagen sollen. Sie machte von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Am späten Donnerstagabend nahm Feldmann noch einmal Stellung in den sozialen Medien. „Entschuldigung an meine Tochter:
Ich liebe Dich - und habe nicht einen Tag bereut, mich in einer schwierigen Lebenssituation für Dich und für meine Verantwortung als Vater entschieden zu haben. So hätte ich es sagen müssen.“

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