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Konzerte für alle und draußen

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Von: Meike Kolodziejczyk

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Mit Cello und Geige 2021 am Tilly-Eidinger-Platz. Johannes Berger
Mit Cello und Geige 2021 am Tilly-Eidinger-Platz. Johannes Berger © Johannes Berger

Zu Beginn der Pandemie im ersten Corona-Sommer 2020 ersonnen, lässt die Kammerphilharmonie Frankfurt ein vorerst letztes Mal „Nachbarschaftsmusik“ erklingen

In den Hochphasen der Pandemie waren sie wahre Lichtblicke, respektive Wohlklänge – und oft die einzigen Momente, in denen Live-Musik erlebt werden konnte. Die Nachbarschaftskonzerte der Kammerphilharmonie Frankfurt erfreuten im ersten Corona-Sommer 2020 die Menschen in vielen Stadtteilen, vor einem Jahr drehten die Musikerinnen und Musiker des Orchesters die Reihe weiter und spielten mehr als 200 Pop-Up-Konzerte im öffentlichen Raum. In diesem Sommer wird es nur an einem Tag „Nachbarschaftsmusik“ geben – und es wird vorerst das letzte Mal sein.

Am Sonntag findet das Projekt, das unterstützt wird von der Initiative „Kulturerwachen“ des Frankfurter Kulturdezernates und der Crespo Foundation, seinen vorläufigen Abschluss. Und der soll noch mal fulminant ausfallen: Sieben Ensembles geben 14 kurze Konzerte in acht Stadtteilen. Die etwa 30-minütigen Darbietungen enthalten neben klassischem und genreübergreifendem Repertoire erstmals auch Kinderlieder mit Mitmachaktionen.

Die Konzerte

Nachbarschaftsmusik mit Ensembles der Kammerphilharmonie Frankfurt gibt es das vorerst letzte Mal am Sonntag, 3. Juli, jeweils um 16 Uhr und 17.30 Uhr an öffentlichen Plätzen in den Stadtteilen Bornheim, Gallus, Höchst, Nordend, Riedberg, Rödelheim, Sachsenhausen und Seckbach.

Die Konzerte dauern etwa 30 Minuten und präsentieren Klassisches, aber auch Genre-Übergreifendes. myk

Eine interaktive Konzertkarte und weitere Informationen gibt es unter:

www.kammerphilharmonie-frankfurt.de

Die Idee, einfach draußen für die Menschen in der Umgebung zu musizieren, hatte zu Beginn der Pandemie die Cellistin Anna-Lena Perenthaler. Die Kammerphilharmonie Frankfurt hat sich als dezentrales Orchester diesen sonntäglichen Miniatur-Konzerten angeschlossen. Und sie hat das Konzept stetig weiterentwickelt, das sei ihnen wichtig gewesen, sagt Projektleiterin Nicola Vock. Anfang 2021 bot die Kammerphilharmonie einen „Musiklieferdienst“ an, für den Musiker:innen auf Bestellung solo oder im Duo in Treppenhäusern auftraten. Im April 2021 wurde die Reihe fortgesetzt mit größeren Ensembles in Hinterhöfen. Und in diesem Frühjahr konnten Kitas kleine Konzerte ordern.

„Es war eine wahsinnig tolle Erfahrung, die für mich den Job nochmal verändert hat“, sagt die Kontrabassistin Vock. „Im ersten Corona-Jahr haben wir praktisch die ersten Live-Momente geboten.“ Es sei allerdings auch eine Herausforderung, draußen im öffentlichen Raum zu spielen, „weil wir die Konzerträume quasi selbst kreieren müssen“. Open Air und ohne Bühne zwischen den Musiker:innen und dem Publikum: Das ermögliche eine „sehr direkte und intensive Begegnung“, die viel Spaß mache.

Trotzdem soll es damit erstmal vorbei sein. „Wir waren davon ausgegangen, dass das Projekt dieses Jahr nicht mehr notwendig wäre, weil es wieder so viel Angebot gibt“, erklärt Vock. „Es kam aber immer wieder die Nachfrage aus dem Publikum, wann wir wieder spielen würden.“ Daher ertönt nun immerhin noch ein Nachbarschaftskonzert-Nachmittag. Und im Herbst, kündigt Nicola Vock an, darf die Stadt auf ein neues Vorhaben gespannt sein.

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