+
Deutliche Botschaften auf dem Campus.

Goethe-Universität

Goethe-Uni Frankfurt: Konzept gegen rechts ist in Arbeit

  • schließen

Auch an der Goethe-Universität wird über den Umgang mit rechten Akteuren gestritten.

Knapp zwei Monate ist es inzwischen her, dass der Senat der Goethe-Universität beschlossen hat, ein eigenes Konzept zum Umgang mit rechtsextremen Akteuren und Ideologien am Campus zu erarbeiten. Auf Antrag der Grünen Hochschulgruppe hatte das 17-köpfige Gremium, in dem alle Statusgruppen an der Uni repräsentiert sind, entschieden, einen Leitfaden zu erstellen, wie Studierende und Lehrende besser „für Erkennungsmerkmale und Diskursstrategien der extremen Rechten“ sensibilisiert werden könnten. Außerdem sollen Ideen für eine zentrale Anlaufstelle entwickelt werden, bei der rechte Umtriebe an der Uni gemeldet werden können.

Die vom Senat ins Leben gerufene Arbeitsgruppe habe mittlerweile ihre Arbeit aufgenommen, sagte Ben Seel, studentischer Vertreter im Senat und Mitglied der Grünen Hochschulgruppe, der Frankfurter Rundschau. „Wir freuen uns, dass alle schon sehr konstruktiv zusammenarbeiten“, sagte Seel. Neben Mitgliedern des Senats seien weitere Studierende, Repräsentanten des Fachbereichs Psychologie, das Unipräsidium und das Gleichstellungsbüro der Hochschule an der Arbeitsgruppe beteiligt. Nähere Details zur Arbeit wollte Seel zunächst nicht nennen. Man hoffe aber, das fertige Konzept spätestens zum Ende des Sommers vorstellen zu können, sagte er.

Ein Anlass für die Bildung der Arbeitsgruppe war die „Outing-Aktion“ gegen eine Psychologiestudentin gewesen. Mutmaßliche Antifa-Aktivisten waren im Januar in eine Vorlesung geplatzt und hatten Flugblätter verteilt, auf denen der Name und die Anschrift der Studentin zu lesen waren – und in denen ihr vorgeworfen wurde, Mitglied der rechtsextremen „Identitären Bewegung“ zu sein. Die Aktion hatte Kritik hervorgerufen, aber auch eine Debatte über den Umgang mit Rechtsextremen am Campus ausgelöst.

Streit um Rainer Wendt

Um die Frage, welchen Positionen an der Goethe-Uni Raum gegeben werden sollte, hat es immer wieder Streit gegeben: Im Oktober 2017 war etwa ein Vortrag des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, kurzfristig abgesagt worden. Die Ethnologin Susanne Schröter, die Wendt eingeladen hatte, um über das Thema „Polizeialltag in der Einwanderungsgesellschaft“ zu sprechen, hatte Wendt aus Sorge vor Tumulten wieder ausgeladen. Zuvor hatten 60 Wissenschaftler mit einem Offenen Brief gegen Wendts Einladung protestiert. In einer Podiumsdiskussion über den Streit hatte sich gezeigt, dass sowohl die Position, man hätte Wendt sprechen lassen sollen, als auch die, er habe an der Uni nichts zu suchen, weiter von Mitgliedern der Hochschule vertreten werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare