Bäderkonzept

Konkurrenzdenken ablegen

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Die Diskussion über das Frankfurter Bäderkonzept geht weiter. Der Sportdezernent fordert mehr Zusammenarbeit.

Auch nach der kurzen Vorstellung des Bäderkonzepts am gestrigen Dienstagabend im Plenarsaal des Römers herrschte bei den Verantwortlichen der Vereine, den Ortsbeiratsmitgliedern und den Vertretern der Bäderbetriebe Frankfurt (BBF) noch reichlich Klärungsbedarf.

Sportdezernent Markus Frank erläuterte zunächst, dass alle Beteiligten zusammenarbeiten müssten, um das Bäderkonzept zum Erfolg zu machen. „Das ist ein Mitmachkonzept“, sagte Frank, weshalb die BBF sich eben mit den Vereinen abspreche.

Grob wurden die Ziele des Bäderkonzepts angerissen. Die Verankerung des seit 1. Februar eingeführten kostenfreien Schwimmens für Kinder unter 15 Jahren, mehr Schwimmzeiten für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit zudem noch die Weiterentwicklung aller öffentlichen Schwimmbadstandorte. Als die nächstmöglichen Projekte nannte Stadtrat Frank das Panoramabad in Bornheim, das Rebstockbad und das Schwimmsportzentrum. „An der Reihenfolge können wir nichts ändern. Das Rebstockbad sieht grausam aus“, sagte Frank mit Hinblick auf den im Vorfeld geäußerten Wunsch, das Schwimmsportzentrum vor dem Rebstockbad zu bauen.

Auch auf den Wunsch eines Zehn-Meter-Turms im Sportzentrum ging der Sportdezernent ein. „Wir kämpfen gerne dafür, aber lassen Sie uns das Projekt doch erst mal in trockene Tücher bringen.“ Wichtig war den Vertretern der BBF zu betonen, dass man keine Schulschwimmbäder schließen könne und werde. Auch ein Schwimmsportzentrum werde nicht zu Schließungen führen. Viel mehr wolle man Verantwortung für die Schulbäder übernehmen, wenn die Schulverwaltungen es zulassen. Das Potenzial in diesen Bädern für mehr Schwimmzeiten für beispielsweise Vereine, sei groß.

In der folgenden Diskussion warnte Hans Stöcklin von der Schwimmgemeinschaft Frankfurt vor dem Pulverfass Rebstockbad. Sollten die Kosten dort steigen, würde das Geld an anderen Stellen fehlen.

Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises, legte dar, dass die BBF durch ihre Schwimmkurse in Konkurrenz zu den Vereinen stehe. Die Vereine würden nur noch auf den Leistungssport reduziert, der Breitensport gehe verloren.

Dem widersprachen die BBF-Verantwortlichen sowie auch Markus Frank. „Wir müssen aufhören in Konkurrenz zu denken. Wir alle wollen doch Kindern das Schwimmen beibringen“, mahnte der Sportdezernent. Man müsse nun überlegen, wie man übergreifend mehr Schwimmkurse anbieten könne. Michael Ulmer, Chef der acht Frankfurter Schwimmvereine, erwiderte: „Gebt uns Wasserflächen, dann machen wir mehr Kurse!“ Ulmer kritisierte auch, dass nun jeder Teich überdacht werde, „aber wir brauchen neue Bäder, keine Traglufthallen“. Daraufhin entgegnete ihm Boris Zielinski, zweiter Geschäftsführer der BBF: „Da sind wir bei Ihnen. Wir bauen gern noch fünf neue Bäder.“

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