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Verkehr in Frankfurt

Konflikte mit Radlern

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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  • Christoph Manus
    Christoph Manus
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Radfahrer und Fußgänger kommen sich in Frankfurt immer wieder in die Quere. Um den Konflikt zumindest am Mainufer zu entschärfen, will die Stadt die nördliche Uferstraße versuchsweise für Autos sperren.

Es ist nicht mal elf, noch wenig los, doch die Stimmung ist bereits hitzig. Selbst für die relativ wenigen Spaziergänger, Radfahrer und Jogger, die an diesem Feiertagsmorgen am südlichen Mainufer unterwegs sind, ist der Weg viel zu eng. „Das ist kein Radweg!“, brüllt ein älterer Mann, als ihn eine Gruppe Radfahrer auf dem schmalen Asphaltband am Eisernen Steg klingelnd überholt. Dabei sind die nicht einmal besonders schnell, sind keine von den Rennradfahrern, die auch mal mit 30 Sachen durch die Menge rasen.

Schon um keinen Sturz zu riskieren, bahnen sich die allermeisten sehr, sehr vorsichtig und langsam ihren Weg um die Spaziergänger herum. Ständig müssen sie ausweichen. Etwa um eine Frau herum fahren, die ihr Rad in Nähe des Maincafés mitten auf dem Weg abgestellt hat und mit ihrem Handy in Seelenruhe ein Foto von der Frankfurter Skyline auf der anderen Mainseite macht.

An Werktagen geraten sie in der City aneinander

Die Frankfurter CDU hätte das Radfahren am Mainufer am liebsten verboten. In den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde diese Forderung nicht. Stattdessen setze die schwarz-rot-grüne Koalition darauf, „dass die Radfahrer auf die Fußgänger Rücksicht nehmen“, sagt Dan Orbeck, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Am südlichen Mainufer gebe es ein durchgehendes Radverkehrsangebot auf dem Hochkai. Am nördlichen Mainufer seien teilweise Schutzstreifen gezogen.

Doch den Radweg am Museumsufer nutzt kaum jemand. Sogar am Nachmittag, als wegen des Ruderfests kaum noch ein Durchkommen ist, versuchen viele noch direkt am Wasser entlang zu fahren. Selbst Security-Leute, die sie auffordern, doch bitte entlang der Regattastrecke ihr Rad zu schieben, haben nicht durchweg Erfolg. Nicht alle steigen ab, ein paar Radfahrer kurven unverdrossen zwischen den Hunderten Besuchern herum, auch wenn sie kaum schneller als Schritttempo fahren können.

Sperre für Autos geplant

Auf der nördlichen Mainseite ist auch am Nachmittag noch wenig los. Der Weg endet im Westen hinter dem Druckwasserwerk im Gutleut. Er ist daher für Tourenfahrer nicht besonders attraktiv. Weil es aber auch dort immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrern und Spaziergängern kommt, hat sich die Koalition darauf verständigt, die nördliche Mainuferstraße zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke versuchsweise für die Dauer eines Jahres für Autos zu sperren.

Wann die Sperrung beginne, hänge davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Energiegesellschaft Mainova Fernwärme durch die Berliner Straße verlege. Sperrungen auf beiden Ost-West-Verbindungen – Berliner Straße und nördlicher Mainuferstraße – will die Koalition vermeiden. Doch die Mainova ist noch nicht so weit, zu sagen, wann sie die Leitung verlegen will und ob die Leitung überhaupt durch die Berliner Straße führen soll.

Es gebe „verschiedene Optionen“ für eine Versorgung des Frankfurter Ostens mit Fernwärme, teilt Sprecherin Ulrike Schulz auf Anfrage mit. Eine Möglichkeit sei, die Leitung durch die Berliner Straße zu führen. Allerdings sei „eine endgültige Entscheidung über die Umsetzung des Gesamtprojekts derzeit noch nicht getroffen“. Radfahrer und Fußgänger werden sich am nördlichen Mainufer also noch eine Weile die Promenade teilen müssen.

An Werktagen verlagert sich das Problem von Main und Nidda in die Stadt. Sichtbar mehr Menschen als früher fahren inzwischen mit dem Rad zur Arbeit, schlängeln sich in der Innenstadt zu Rush-Hour-Zeiten zwischen den Automassen hindurch, die sich im Stop-and-go durch die City wälzen, weichen aber auch immer wieder mal auf den Gehweg aus. Etwa, wenn abgestellte Lieferwagen oder Autos, die in zweiter Reihe parken, den Weg blockieren. Doch dort sind gerade während des Berufsverkehrs auch allzu viele Menschen unterwegs, die zu Fuß von der S- oder U-Bahn-Station ins Büro eilen.

Das Verkehrsdezernat kennt diese Probleme. „Dazu gab es schon immer Beschwerden“, sagt Orbeck. Überall dort, wo Radfahrer auf den Gehweg ausweichten, seien Konflikte vorprogrammiert. Damit sich Fußgänger und Fahrradfahrer gar nicht erst in die Quere kommen, versuche die Stadt, den Radverkehr auf der Straße zu führen und durch Markierungen zu schützen. Die Pflicht, auf Radwegen zu fahren, werde sukzessive aufgehoben, die blauen Schilder abmontiert. Um Radfahrern nahezubringen, dass sie nicht auf dem Gehweg radeln sollen, kontrolliere die städtische Verkehrspolizei vier Mal im Jahr intensiv. Wenn der Haushalt 2017 beschlossen sei, würden fünf neue Stellen für die gesamte Verkehrsüberwachung geschaffen.

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