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Überall stehen und hängen Wahlplakate und machen unübersehbar deutlich: Die Kommunalwahlen 2021 stehen an. Foto: Christoph Boeckheler
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Überall stehen und hängen Wahlplakate und machen unübersehbar deutlich: Die Kommunalwahlen 2021 stehen an.

Digitalisierung

Kommunalwahl 2021 in Frankfurt: Wahlkampf im Internet stellt Parteien vor Probleme

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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  • Christoph Manus
    Christoph Manus
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Die Frankfurter Parteien müssen mit dem Wahlkampf in die digitale Welt ausweichen. Doch die ersten Erfahrungen sind ernüchternd.

Frankfurt - Am Montag präsentierten die Frankfurter Grünen ihr neues Angebot: den sogenannten Greenomat. Den muss man sich vorstellen wie die bekannten Wahlomaten, bei denen man im Internet seine Meinung zu politischen Fragen abgibt und am Ende eine Wahlempfehlung bekommt. Beim Greenomat allerdings geht es nur um eine Partei – die Grünen.

Die Nutzer:innen können digital klären, ob ihre Ansichten mit dem Wahlprogramm der Partei übereinstimmen. Spoiler: Wer bei allen 15 Fragen genau das Gegenteil von grüner Politik angibt, bekommt mitgeteilt: „Du bist mit vielen unserer Vorschläge nicht einverstanden.“ Gleichzeitig werden Wege aufgezeigt, wie man sich doch noch überzeugen lassen kann, das Kreuz am 14. März bei den Grünen zu machen.

An Kreativität, digitale Formate zu erfinden, mangelt es den Parteien in diesem Wahlkampf jedenfalls nicht. Was bleibt ihnen auch übrig? Die Pandemie lässt Straßenwahlkampf derzeit nicht zu, vielleicht bleibt das bis zum Wahltag so. Also verlagert sich das Werben um Stimmen ins Internet.

Kommunalwahl 2021 in Frankfurt: Nur etwa 100 Menschen schauen zu

Wie mühselig das Geschäft dort ist, musste am Wochenende etwa die CDU erfahren. Zum Wahlkampfauftakt „kamen“ Ministerpräsident Volker Bouffier, der Frankfurter Kreisvorsitzende Jan Schneider und Spitzenkandidat Nils Kößler. Mehr geht eigentlich nicht. Doch die Veranstaltung verfolgten gerade einmal 100 Menschen – und wie konzentriert die tatsächlich zugehört haben, als sich Kößler auf Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) einschoss, ist eine andere Frage. Wenig später eröffnete „Die Partei“ auf mehreren Plattformen ihren Wahlkampf. Auf Youtube lag die Zahl der Zuschauer:innen bis Montagmittag bei 67.

„Geil ist anders“, sagt Bastian Bergerhoff, Kreisvorsitzender der Frankfurter Grünen, über die digitalen Wahlkampfformate. Regelmäßig organisieren die Grünen auf Instagram Gespräche mit Fachleuten aus der Partei zu aktuellen Themen. Zum Gespräch mit Spitzenkandidatin Martina Feldmayer kamen unlängst 57 Leute. Und damit waren die Grünen sogar zufrieden. Was anderes als das Ausweichen ins Internet bleibe derzeit leider nicht, erklärt Bergerhoff: „Aber klar, der Wahlkampf lebt von Neugierde und Nähe, ich will die Kandidat:innen sehen, nicht nur ihre Köpfe.“ Die Grünen hoffen nun, dass ab Mitte Februar womöglich kleine Info-Stände mit wenigen Leuten möglich sind.

Kommunalwahl in Frankfurt: Digitalformate kein echter Ersatz

Auch die Frankfurter SPD setzt angesichts der Corona-Pandemie auf digitale Formate, die auf Facebook und Youtube zu sehen sind. Da trifft ihr Spitzenkandidat Mike Josef etwa auf den Hamburger Bürgermeister Peter Tschentscher. Ein echter Ersatz für Wahlkampfveranstaltungen in vollen Bürgerhäusern oder auf öffentlichen Plätzen können solche Online-Formate nach Einschätzung des Frankfurter SPD-Geschäftsführers Sebastian Maier jedoch nicht sein. Politik lebe von Emotionen, von Nähe. Eine Wahlkampfatmosphäre zu erzeugen, das sei in digitalen Veranstaltungen kaum möglich. Viele der Zuschauenden scheuten sich zudem, sich in solchen Formaten zu äußern, beobachtet Maier. Andere sähen sich die Veranstaltung gar nicht live, sondern erst später an.

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