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Auf dem Merianplatz warben am Samstag SPD, Grüne und FDP um Wählerinnen und Wähler. michael schick
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Auf dem Merianplatz warben am Samstag SPD, Grüne und FDP um Wählerinnen und Wähler. michael schick

Wahlkampf in Frankfurt

Kommunalwahl 2021: Straßenwahlkampf in Frankfurt stockt „dank“ Corona

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Das Interesse an den Ständen der Parteien zur Kommunalwahl in Hessen hält sich noch in Grenzen. Eine Partei verzichtet komplett auf Straßenwahlkampf.

Frankfurt - Irgendwie will der Straßenwahlkampf nicht so recht in Schwung kommen. Am Merianplatz haben am Samstagmittag vier Parteien Info-Stände aufgebaut, Wahlhelferinnen und Wahlhelfer bieten ihre Flyer an wie sauer Bier. Aber fast alle Passanten wirken genervt, niemand scheint sich so recht für die Ziele der Parteien zu interessieren. Und das ist ja auch kein Wunder, wenn die Grünen beispielsweise mit so wohlfeilen Forderungen wie „Mehr Frauen! Mehr Frischluft!“ trommeln. Ähnliches hat schon Goethe gefordert, aber deutlich wortgewandter.

Kommunalwahl 2021: Linke und SPD werben am Merianplatz

Immerhin hat ein Wahlkämpfer der Linken, ein junger Mann mit Hipster-Frisur, der sich einen Papp-Bus umgeschnallt hat und dadurch nicht nur seine Forderung nach billigem ÖPNV untermauert, sondern auch seine Umwelt auf Abstand hält, einen Gesprächspartner gefunden. Beide sind der Meinung, dass die Renten zu niedrig sind und kritisieren diesen Zustand auf Englisch.

Ein Sozialdemokrat erklärt derweil einer älteren Dame, was genau er hier gerade macht, und zwar auf gut deutsch: „Ich friere mir hier den Arsch ab.“ Am Nebenstand sind zwei Freidemokraten ins Gespräch vertieft, bei dem sie auch niemand stört, und die Grünen beäugen derweil etwas skeptisch die Fahrraddemo, die gerade auf der anderen Seite der Berger Straße beginnt, auf der unter anderem „Lockdwown für die Lohnarbeit“ gefordert wird und zu der sie wohl niemand eingeladen hat.

CDU glänzt im Staßenwahlkampf vor der Kommunalwahl 2021 mit Abwesenheit

Am Stand der Grünen am Rande des Erzeugermarktes ist das Publikumsinteresse auch nicht gerade riesig. Immerhin scheint sich eine Frau durchaus für die Ziele der Partei zu interessieren und unterhält sich angeregt mit der Wahlkämpferin, aber die Szene verliert viel von ihrem Zauber als sich zeigt, dass sich unter der Schutzmaske mit ziemlicher Sicherheit Rosemarie Heilig verbirgt, Dezernentin für Umwelt und Frauen und mit dem Parteiprogramm der Grünen wohl halbwegs vertraut.

Die einzigen, die aus der Saukälte und dem überschaubaren Publikumsinteresse Konsequenzen gezogen zu haben scheinen, sind die Christdemokraten, die im Straßenwahlkampf durch lässige Abwesenheit glänzen. Auch an den zuvor als Wahlkampf-Hotspots angekündigten Ecken findet sich partout kein Info-Stand. Tatsächlich ist etwa am Schweizer Platz statt der angekündigten CDU am Nachmittag nur ein Stand der Splitterpartei Volt, an dem sogar ansatzweise so etwas wie Partystimmung herrscht. Was auch daran liegen mag, dass etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der am Merianplatz gestarteten Fahrraddemo diese hier gemütlich ausklingen lassen.

Splitterpartei Volt geht motiviert in den Straßenwahlkampf zur Kommunalwahl 2021

Kein Wunder, plakatiert doch Volt die wunderschöne Utopie „Fahrradfahren wie in Kopenhagen“. „Wollen Sie einen Flyer“, fragt ein Volt-Wahlkämpfer etwas schüchtern, und ist ganz aus dem Häuschen, als der Passant mit „Ja“ antwortet. „Hey – cool!“ freut sich der Volt-Wahlkämpfer. So ist es recht. Radeln wie in Kopenhagen und Manieren wie am Königshof von Madrid. (Stefan Behr)

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