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Zu sehen ist Thomas Schmitt, der lächelnd direkt in die Kamera blickt. Thomas Schmitt (60) ist Spitzenkandidat der Frankfurter Freien Wählergruppe.
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Thomas Schmitt (60) ist Spitzenkandidat der Frankfurter Freien Wählergruppe.

Interview zu den Kommunalwahlen

Kommunalpolitik in Frankfurt: „Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen“

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Thomas Schmitt von der „Frankfurter Freie Wählergruppe“ über seine Schwerpunkte – und die Chance auf einen Platz im Römer nach den Kommunalwahlen in Frankfurt.

Herr Schmitt, Sie saßen die vergangenen fünf Jahre für die Freien Wähler im Stadtparlament. Nun treten Sie mit einer eigenen Liste, der Frankfurter Freien Wählergruppe (FFWG), bei der Kommunalwahl an. Warum?

Die Freien Wähler möchten sich verjüngen, und ich passe nicht mehr in ihr Schema. Sie haben mir angeraten, mich nicht mehr aufzustellen, weil ich zu alt bin. Aber ich hab zehn Jahre Kommunalpolitik gemacht, war vorher im Ortsbeirat Bornheim/Ostend aktiv. Ich hab viel Erfahrung gesammelt, und bin gut vernetzt. Ich will weiterhin Politik machen. Wenn die Freien Wähler mich nicht wollen, dann probiere ich es selbst. Ich wurde nie von den Freien Wählern ausgeschlossen, aber vergangene Woche hab ich meine Mitgliedschaft gekündigt. Vielleicht hab ich inzwischen genug Anhänger sammeln können. Die wissen, dass ich klar sage, was ich denke, was gut ist für Stadt und Leute.

Unterscheidet sich das Programm der FFWG denn inhaltlich von dem, was Sie bisher für die Freien Wähler gemacht haben?

In vielem sind wir identisch. Denn es ist ja so: In dieser Dreierkonstellation der Regierenden aus CDU, SPD und Grünen da ist nichts passiert. Sie sind dafür gewählt worden, diese Stadt schöner zu machen. Dass wir schöne Natur haben, dass die Leute zu einem bezahlbaren Preis schnell von A nach B kommen. Aber ihnen geht es nur darum, wer etwas zuerst vorgeschlagen hat, sie wollen nur ihre Partei gut dastehen lassen. Da ist einiges aus dem Ruder gelaufen in der Kommunalpolitik.

Wohnen in Frankfurt: Grünflächen schützen und gegen Leerstände angehen

Was heißt denn aus dem Ruder gelaufen?

Wir reißen noch das letzte Stück Grün für Wohngebiete ab. Weil Frankfurt so schön ist und alle herziehen wollen. Die Regierenden sind aber von denen gewählt, die hier leben, die ihre Stadt schön haben wollen. Und nicht von denen, die in den nächsten 25 Jahren vielleicht nach Frankfurt ziehen wollen.

Was wollen Sie für die Leute tun, die hier wohnen?

Wir wollen eine autofreie Stadt oder zumindest das Verkehrsaufkommen deutlich minimieren. Wir brauchen einen bezahlbaren und attraktiven ÖPNV, und da wir eine Pendlerstadt sind: Park-and-Ride-Häuser überall. Homburger, Offenbacher, Hanauer Kreuz. Wenn die Leute dann mit kostenlosen Elektro- oder Wasserstoffbussen reinfahren können, dann lassen sie ihr Auto draußen. Es ist auch wichtig, dass wir für Leute mit mittelständischem oder kleinem Einkommen Wohnungen haben. Aber deswegen soll nicht die ABG nur noch subventionierten Mietraum bauen. So kann sie sich nicht finanzieren.

Wo sollen Leute dann günstig wohnen?

Es sollte da aufgestockt werden, wo es noch geht. Ohne dass Grünflächen versiegelt werden. Man sollte auch Dachaufbauten in Eigenheimen bezuschussen. Und natürlich gegen die Leerstände angehen. In ehemaligen Bürohäusern könnte man günstigen Wohnraum über die öffentliche Hand schaffen. Man muss nicht jeden Hügel zubauen, auf dem noch was wächst.

Kommunalwahlen Frankfurt: Vereine finanziell unterstützen

Mobilität, Wohnen, Umwelt – sind das die Schwerpunkte der FFWG?

Und auch das Vereinsleben. Ich bin in Bornheim großgeworden, bin Mitglied in acht Vereinen. Da merke ich, auch durch Corona-Zeiten, dass sich Vereine nicht mehr am Leben halten können. Doch was wir jetzt vernachlässigen, wird sterben. Wir müssen die Vereine finanziell unterstützen. Auch die Schausteller brauchen Unterstützung. Für sie müssen neue Projekte her, neue Standorte gefunden werden, die man vielleicht auch dauerhaft einrichtet.

Wie sehen Sie Ihre Chancen, wieder in den Römer einzuziehen?

Die Leute, die mich kennen, wissen, dass ich montags was sage, was freitags noch stimmt. Gerade aus meinem Umfeld, den Ortsbeiräten 3, 4 und 11. Es gibt bestimmt einige, die vielleicht nicht ihr Kreuz oben bei der Freien Wählergruppe machen, aber sagen: Dem Schmitt, dem gebe ich drei meiner 93 Stimmen ab. (Sandra Busch)

In Hessen findet am 14. März 2021 die Kommunalwahl statt - auch in Frankfurt. Die Liste der Kandidatinnen und Kandidaten aus Frankfurt.

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