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Michael Paris (60) fühlt sich nicht zu alt für die Kommunalpolitik. Er kandidiert 2016 mit der Liste P.O.P.

Frankfurter Kommunalpolitik

Michael Paris will es noch einmal wissen

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Der frühere Sozialdemokrat Michael Paris tritt mit seiner eigenen Liste bei der Kommunalwahl am 6. März an. Auf Platz zwei der P.O.P (Politik ohne Partei) steht nach Paris ein Mann, der in Frankfurt ebenfalls kein Unbekannter ist.

Er will es noch einmal wissen. Der 60-jährige Michael Paris machte in den jüngsten Jahren in der Frankfurter Kommunalpolitik vor allem von sich reden, weil er an sich selbst gescheitert war. Jetzt tritt der frühere Sozialdemokrat und ehemalige Landtagsabgeordnete bei der Kommunalwahl am 6. März mit einer eigenen Liste an: P.O.P. – das steht für Politik ohne Partei.

„Ich bin seit 25 Jahren in der Politik unterwegs und fühle mich nicht zu alt dafür“, sagt der ehrenamtliche Stadtrat im Gespräch mit der FR. Er sei von vielen Menschen in der Stadt zur Kandidatur aufgefordert worden. Paris hat nach eigenen Worten zunächst Gespräche über eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien geführt, aber wolle sich „nicht unterordnen“.

Paris hatte als Sozialdemokrat um die OB-Kandidatur 2012 in der SPD gekämpft, war aber knapp dem heutigen Oberbürgermeister Peter Feldmann unterlegen. Er hatte Feldmann unterschätzt – das war ein Fehler.
Dann trat Paris als selbstständiger Kandidat bei der Bundestagswahl 2013 an – das kostete ihn die Mitgliedschaft in der SPD. Seitdem ist es ziemlich einsam geworden um den Mann, der in Frankfurts Vereinen noch immer gut vernetzt ist – er war früher einmal Vorsitzender des Stadtverbandes der Frankfurter Vereinsringe.

Rechte für Kinder

Paris steht auf Platz eins seiner Liste P.O.P. – auf Rang zwei folgt ein Mann, der ebenfalls in Frankfurt kein Unbekannter ist: Klaus Fischer, der ehemalige Präsident des Großen Rates der Frankfurter Karnevalsvereine. Beide Männer wollen dafür kämpfen, dass die Vereine in der Stadtgesellschaft wieder einen besseren Stellenwert bekommen. Paris tritt besonders für die Rechte der Kinder ein und fordert, dass die Schulpolitik den Gymnasien mehr Gewicht verleiht.

Noch ein bekannter Name findet sich unter den kleinen Gruppierungen bei der Kommunalwahl. Christian Bethke, der frühere Landesvorsitzende der Piraten-Partei, ist die Nummer eins bei der Liste Neue Liberale. Bethke hatte seit 2009 die Piraten in Hessen mit aufgebaut. 2011 hatte er auf Platz drei der Liste der Piraten für die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung kandidiert – aber nur zwei Piraten kamen ins Stadtparlament.

Bethke war aber dann schon bei den Bürgerschaftswahlen in Hamburg im Februar 2015 mit der Liste Neue Liberale angetreten, hatte aber nur 0,6 Prozent erzielt. Seit drei Wochen ist er Bundesvorsitzender der Partei, die Frankfurt zum politischen „Testlauf“ machen will und sich als eigentlicher Bewahrer des liberalen Erbes sieht.

Auch die AfD-Abspaltung Alfa tritt in Frankfurt zur Kommunalwahl an. Sie sieht ihren Platz zwischen CDU und FDP und der „sich zunehmend extrem nach rechts orientierenden“ Alternative für Deutschland. Die 33-köpfige Kandidatenliste von Alfa führt Diplom-Kaufmann Axel Leonhardt an. Ihm folgen der Unternehmensberater Arnd Christofer Frohne und Franz Novosel. Alfa will sich für mehr Bürgerbeteiligung einsetzen. Die Kommunen sollen Kontingente für Flüchtlinge melden können. jg/cm

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