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Kommentar: Schluss mit den Steinwüsten in Frankfurt

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Von: Thomas Stillbauer

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Schottergärten, auch „Gärten des Grauens“ genannt, sind aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll.
Schottergärten, auch „Gärten des Grauens“ genannt, sind aus ökologischer Sicht nicht sinnvoll. © ROLF OESER

Das Verbot der Schottergärten in Frankfurt kommt spät, aber es ist unerlässlich fürs Stadtklima der Zukunft. Hausbesitzer sind gut beraten, ihre Steinwüsten aufzulösen. Ein Kommentar.

Sind Sie im Sommer durch die Reihenhaussiedlungen spaziert? Haben Sie Hummeln getroffen? Bienen? Schmetterlinge? Preisfrage: Wo tummelten sich die nützlichen und schönen Insekten? A: auf den heißen Steinen eines ordentlichen Schottergartens? B: im üppigen Lavendelbusch der Nachbarn nebenan?

Die Fragestellung ist natürlich albern, aber sie macht schnell deutlich, was die Natur wählen würde: selbstverständlich den Pflanzenreichtum. Und es geht ja nicht nur um die Bienen, die wir nötiger denn je als Bestäuberinnen brauchen, um unser Überleben zu sichern. Es geht auch ums Kleinklima in jedem einzelnen Vorgarten, das sich in heißen Sommern zum großen Klimazusammenhang der ganzen Stadt summiert. Ein Schottergarten speichert die Hitze – auf diesen Grundstücken wird es auch nachts nicht richtig kühl. Und eine solche Steinwüste, meist mit Plastikplanen unterlegt, damit ja kein Kraut die Chance hat, an die Luft zu wachsen, lässt das Wasser nicht versickern. Wir brauchen aber entsiegelte Böden, der Stadtnatur zuliebe, der langfristigen Wasserversorgung zuliebe – und nicht zuletzt als Schutz gegen Überschwemmungen, die im Klimawandel häufiger werden.

Allzu lang hat es gedauert. Gut, dass der Magistrat mit der Freiraumsatzung endlich die Grundlage schafft für die Rückkehr des Grüns zu den Frankfurter Gartenzwergen. Die mögen nämlich auch keinen Schotter.

Das Verbot gilt zunächst nur für Neu- und Umbauten. Hausbesitzer sind gut beraten, ihre Steinwüsten trotzdem schon jetzt aufzulösen – dem Klima zuliebe.

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