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Kommentar: Pendlerproblem in Frankfurt lösen

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Von: Florian Leclerc

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Abends auf der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Foto: Rolf Oeser (Archiv)
Abends auf der Hanauer Landstraße in Frankfurt. Foto: Rolf Oeser (Archiv) © ROLF OESER

Die fehlenden Park-and-Ride-Parkplätze in Frankfurt sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass es nach wie vor zu günstig ist, mit dem Auto aus dem Umland in die Stadt zu fahren.

Frankfurt wächst wegen der Einpendler und Einpendlerinnen, die zumeist mit dem Auto kommen, täglich zu einer Millionenstadt heran. Wie kann die Stadt es schaffen, dass weniger Menschen mit dem Auto anreisen? Es gibt mehrere Wege.

Die Stadt kann den öffentlichen Nahverkehr ausbauen, wie die Regionaltangente West oder die nordmainische S-Bahn. Das dauert von ersten Überlegungen über die Planung bis zum Bau und der Inbetriebnahme 30 Jahre oder länger. Dann kommt der Umsteigeeffekt. Im Umkehrschluss heißt das: Wer nur auf den Ausbau von ÖPNV setzt, macht sich über Jahrzehnte für ein Weiter-so beim Autoverkehr stark.

City-Maut wäre ein Anreiz

Die Stadt kann den Parkraum verknappen und Bewohnerparken bewirtschaften; das tut sie mit Verweis auf den hessischen Luftreinhalteplan bereits. Die Stadt kann zudem Rad- und Fußwege ausbauen, um zu signalisieren: umweltfreundliche Verkehrsmittel bekommen mehr Raum. Auch das geschieht.

Wo in den letzten Jahren nichts passiert ist, ist beim Bau von Park-and-Ride-Parkplätzen am Stadtrand. Immer gab es laut Magistrat irgendein Problem. Dahinter steckt allerdings eine Strategie. Die Stadt will schlicht keine Autos einladen. Sie will, dass die Menschen schon in Usingen, Friedberg oder Bad Homburg das Auto stehen lassen und in die Bahn steigen. Doch warum sollten die Menschen das tun? Autofahren ist nach wie vor steuerlich so stark begünstigt, dass es sich lohnt, mit dem Auto die ganze Strecke zu fahren.

Die Antwort auf Frankfurts Pendlerproblem sind nicht mehr Park-and-Ride-Parkplätze am Stadtrand. Die Antwort ist die Abschaffung der Pendlerpauschale für Fahrzeuge, die nicht umweltfreundlich sind. Kommt dann im Mai das 49-Euro-Ticket hinzu, ist der Anreiz, das Auto an der S-Bahn-Station stehen zu lassen, groß.

Ein weiterer Anreiz wäre eine City-Maut. Wie in London, Oslo, Bologna, Singapur – und so weiter und so fort. In Deutschland? Fehlanzeige. Dafür müssten Bund oder Land die Gesetzgebung schaffen. Das wären Aufgaben für den Bundestag und den Hessischen Landtag, wo die Grünen jeweils mitregieren.

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Für die hessischen Pendler gibt es an den Stationen des Schienenpersonennahverkehrs im Land 478 ausgewiesene Park&Ride-Anlagen.

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