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Kommentar zur Mainkai-Sperrung: Nicht kopflos regieren

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Sperrung muss verlängert werden, um brauchbare Ergebnisse zu liefern. Ein Kommentar.

Kein gutes Licht fiele auf die Arbeit der Koalition in Frankfurt, insbesondere die CDU, falls die Mainkai-Sperrung ergebnislos endete. CDU, SPD und Grüne im Römer haben die nördliche Mainuferstraße ein Jahr lang sperren lassen, um sich anhand von empirischen Daten ein Bild über die Verlagerung von 20 000 Fahrzeugen machen zu können. Die Verkehrszählung fiel coronabedingt aus. Sie muss nachgeholt werden.

Falls nicht, handelte die Koalition gegen ihren eigenen Beschluss, der einen „Bericht zu den verkehrlichen Auswirkungen“ vorsieht. Ohne Bericht wird sich die Bewertung in subjektiven Aussagen erschöpfen, die von schlimm bis fantastisch reichen. Das Bauchgefühl ersetzte die Wissenschaft. So kopflos darf Frankfurt nicht regiert werden. Kein Versuch ohne Ergebnis.

Grundfehler war, dass die Stadt die dreispurige Straße nicht gleich zu Beginn aufriss und menschen- statt autogerecht umbaute. Das scheiterte an der CDU, die keine „nicht-rückbaubare bauliche Veränderung“ zuließ. Stattdessen monierte sie ein fehlendes Konzept, ohne selbst eins vorzulegen. Die Partei muss sich fragen, ob sie für die Verkehrswende ist oder Auto-Lobby bleibt.

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