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Kommentar zur Elektromobilität in Frankfurt: Strom muss grün sein

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Aus dem Elektromobilitätskonzept müssen die Stadtverordneten die richtigen Schlüsse ziehen: Die Verkehrswende und die Energiewende hängen zusammen.

Ein Elektromobilitätskonzept, sei es noch so durchdacht, macht noch keine Verkehrswende. Das wissen die Frankfurter seit 2011, als die Stadtverordneten das erste Elektromobilitätskonzept beschlossen. Heute gibt es nur gut 100 Ladesäulen, die meisten davon mit überholter Technik, und weniger als ein halbes Prozent Elektroautos. Eine Glanzleistung ist das nicht.

Das zweite Elektromobilitätskonzept ist wieder gut durchdacht – nur müssen die Stadtverordneten daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Wer Verkehr, der Emissionen verursacht, vermeiden will, muss ihn unattraktiv machen, und den Verkehr, der klimaneutral ist, gleichzeitig massiv fördern. Wer es ernst meint mit der Verkehrswende, führt das 365-Euro-Ticket für alle Bürgerinnen und Bürger ein, baut Park-and-ride-Plätze außerhalb der Stadtgrenze aus, schreckt Autofahrer mit einer Citymaut ab, setzt auf Schienenfahrzeuge und Elektrobusse, baut die Gleise aus, verbreitert die Bürgersteige und Radwege, verringert die Parkplätze.

Elektromobilität kann einen wichtigen Beitrag zu Verkehrswende leisten – wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Das ist beim Strom, den die Verkehrsgesellschaft Frankfurt für U-Bahnen und Straßenbahnen verbraucht, nicht der Fall. Im Heizkraftwerk West wird Steinkohle verbrannt, ab 2025 Gas, wie auch im Heizkraftwerk Niederrad. Die Gasvorkommen, das ist bekannt, reichen nicht ewig. Strom wird auch für Frankfurt irgendwann aus Wasser-, Wind- und Sonnenkraft gewonnen.

Wo bleibt das nötige Konzept?

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