Kommentar

Dreiste Umdeutung

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Dass das Arbeitsgericht die Kündigung des geschasste AWO-Chef Jürgen Richter bestätigt, stärkt dem neuen Präsidium den Rücken. Ein kleiner Erfolg, ja. Doch die Aufarbeitung dauert an. Ein Kommentar.

Am Abend war der Führungsspitze der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Frankfurt die Erleichterung deutlich anzumerken. Die erste gerichtliche Entscheidung überhaupt in der Frankfurter AWO-Affäre stärkt dem neuen Präsidium und dem neuen Vorstand deutlich den Rücken. Es wäre in der Tat ein heftiger Rückschlag für die angestrebte Erneuerung des Wohlfahrtsverbandes gewesen, hätte das Arbeitsgericht der Klage des gekündigten Ex-Geschäftsführers Jürgen Richter gegen seinen Rauswurf stattgegeben.

Bemerkenswert bleibt dennoch, mit welcher Chuzpe Richters Anwalt Bernhard Lorenz vor Gericht auftrat. Er deutete das überzogene Gehalt des ehemaligen AWO-Chefs einfach um zum exzellenten Lohn für exzellente Arbeit. Das ist ebenso dreist wie die Behauptung, Medienvertreter hätten Richters Verhalten „skandalisiert“ und die Staatsanwaltschaft habe es dann „kriminalisiert“.

Es ist gut, dass diese Lesart der Geschehnisse nicht durchdrang. Doch die Aufarbeitung der AWO-Affäre dauert an. Man darf auf die Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft gespannt sein.

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