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Ein Teil der A661 im Frankfurter Osten soll überdacht werden.

Verkehr in Frankfurt

Koalition einigt sich auf Tunnel für A661 in Frankfurt

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Die Frankfurter Fraktionen verständigen sich auf die Art der Einhausung der Stadtautobahn A661. Das Stadtparlament soll nun zügig entscheiden.

Ein Teil der Autobahn A661 im Frankfurter Osten soll mit einer mehr als einen Kilometer langen Einhausung überbaut werden. Darauf haben sich die Koalitionsfraktionen CDU, SPD und Grüne jeweils intern verständigt – nun fehlt noch der gemeinsame Beschluss. Dieser soll binnen Wochen, nicht Monaten erfolgen, wie aus Koalitionskreisen zu hören ist.

Favorisiert wird die sogenannte Einhausungsvariante L2. Sie würde zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße verlaufen. Nach Angaben von Hessen Mobil fahren täglich rund 95 000 Fahrzeuge auf diesem Autobahnabschnitt.

Die Variante L2 hat zwei Tunnelröhren, von denen die östliche 1300 Meter, die westliche 1080 Meter lang ist. Der Autobahndeckel endet direkt an der sogenannten Galerie Seckbacher Landstraße, die seit 1995 die Stadtteile Seckbach und Bornheim verbindet. Als Kosten, die für die Stadt entstünden, werden derzeit 151 Millionen Euro genannt.

„Durch die Volleinhausung der A661 nach Variante L2 würde eine Grünverbindung entstehen, die einen direkten Weg vom Günthersburgpark über Wasserpark und Huthpark zum Lohrberg möglich macht. Das ist eine historische Chance, die die Stadt unbedingt nutzen sollte“, sagt Sieghard Pawlik, der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion.

Städtebaulich soll das Ernst-May-Viertel, das in mehreren Quartieren rings um die A661 entsteht, Platz für 8000 Menschen bieten. Durch eine Einhausung kann laut Stadtplanungsamt dichter an die Autobahn herangebaut werden. Zitiert werden dabei die Beispiele der sogenannten Hamburger Deckel, das sind Einhausungen von drei Autobahnabschnitten entlang der A7.

Hintergrund: Politik wegen A661 unter Druck

„Wir müssen jetzt schnell die Entscheidung treffen, um Synergien mit Hessen Mobil zu nutzen“, sagt Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Römer, der sich für die Variante L2 ausspricht, ebenso wie die CDU-Fraktion im Römer dies schon im Sommer getan hat. Für die Koalition im Römer drängt die Zeit, denn Hessen Mobil bereitet derzeit ein Planänderungsverfahren für die Autobahn 661 vor.

Dabei soll eine Rampe von der Anschlussstelle Friedberger Landstraße auf die A661 führen und als sogenannter Verflechtungsstreifen von der Friedberger Landstraße bis zum Autobahndreieck Erlenbruch weitergeführt werden.

Dieser Verflechtungsstreifen wäre faktisch eine dritte Fahrspur in südlicher Richtung, nach Norden bleibt es zwischen Dreieck Erlenbruch und Friedberger Landstraße bei zwei Spuren. Diese sollen voraussichtlich erst nach 2030 um eine weitere Fahrspur ergänzt, denn das entsprechende Projekt ist nicht mehr im vordringlichen Bedarf des aktuellen Bundesverkehrswegeplans enthalten.

Den Riederwaldtunnel zwischen A66 und A661 will Hessen Mobil wiederum 2028 in Betrieb nehmen. „Bis dahin muss die Einhausung fertig sein, oder wir bekommen bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwände nach Bornheim“, sagt Pawlik. „Diese Mauern kann niemand wollen.“

Nach Angaben von Hessen Mobil sind wegen des neuen Verflechtungsstreifens Lärmschutzwände vorgesehen, die nach Bornheim hin zwischen Friedberger Landstraße und Galeriebauwerk acht bis zehn Meter hoch wären. Bis zur Talbrücke Seckbach hätten sie eine Höhe von acht bis sechseinhalb Metern, bis zur Talbrücke Erlenbruch vier Meter.

Hessen Mobil will das Planänderungsverfahren für die A661 im Jahr 2020 einleiten – bis dahin müssen die Stadtverordneten die Einhausung beschlossen haben. Die Koalition erwartet, dass die Bundesmittel für den Lärmschutz an der Autobahn in die Einhausung fließen und sich Bund und Land darüber hinaus an der Einhausung beteiligen.

Der Ortsbeirat 11 setzt sich ebenfalls für eine vollständige Einhausung der A661 ein.

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