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Im Zoo-Gesellschaftshaus soll ein Kindertheater einziehen.

Kultur 

Frankfurt: Römer-Koalition stützt Kindertheater im Zoo-Gesellschaftshaus

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Der Unmut, dass Stadträtin Ina Hartwig (SPD) das Vorhaben nicht intern vorstellte, ist verflogen.

Die Koalition im Römer trägt den Bau eines Kinder- und Jugendtheaters im Zoo-Gesellschaftshaus mit. Das wurde im Kulturausschuss des Römers am Donnerstagabend deutlich. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hatte das Vorhaben am vergangenen Freitag vorgestellt, ohne die Stadtverordneten vorab zu informieren, was auf deren Unmut gestoßen war. Im Ausschuss äußerten sich die Stadtverordneten nun zustimmend zum Projekt - allerdings nicht in allen Punkten.

Renate Wolter-Brandecker, die kulturpolitische Sprecherin der SPD, bedauerte die lange Zeit bis zur Eröffnung. Das Kinder- und Jugendtheater soll von 2023 bis 2026 errichtet werden. „Ich würde mir wünschen, wenn das Theater früher fertig würde“, sagte sie.

Thomas Dürbeck, der kulturpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, regte an, das Umland in die Finanzierung einzubeziehen. Schließlich wären es nicht nur Frankfurter Kinder, die das Angebot nutzen würden, sondern auch zahlreiche Familien aus der Region.

Sebastian Popp, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, nannte den Bau „das wichtigste Kulturprojekt in dieser Wahlperiode“ und erinnerte daran, dass es in den vergangenen 30 Jahren drei Anläufe gegeben habe, ein solches Kinder- und Jugendtheater zu errichten. „Das ist gut investiertes Geld.“

Stadträtin Hartwig hatte zuvor die Kosten beziffert, die auf die Stadt zukommen werden. Rund 50 Millionen Euro kostet das Kinder- und Jugendtheater. Etwa 20 Millionen Euro kostet das neue „Conversation Center“ der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, die sich für Artenschutz einsetzt, am Osteingang des Zoos.

„Wir müssen das Zoo-Gesellschaftshaus ohnehin renovieren, für bis zu 40 Millionen Euro, für weitere 15 Millionen Euro bekommen wir das Kinder- und Jugendtheater“, sagte Hartwig. Der städtische Anteil am Conservation Center liege bei zehn Millionen Euro.

Stefan von Wangenheim, der kulturpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, griff diese Summen auf: „Daraus können in Frankfurt schnell 90 Millionen werden, und wo nehmen wir die her?“, fragte er. „Wir müssen auch den Sanierungsstau am Zoo beheben“, forderte Michael Müller (Linke). Zoo-Direktor Miguel Casares kündigte einen „Masterplan 2023 bis 2033“ an. Das zusammenfassende Konzept werde in einem Monat fertig. „Wir wollen den Artenschutz ins Zentrum stellen und die maroden Anlagen aus den 1950er und 1960er Jahren sanieren“, sagte er.

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