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Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt: Koalition ist sich nicht einig

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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CDU, SPD und Grüne im Römer ziehen verschiedene Schlüsse aus dem Prüfbericht der Stabsstelle.

Am Tag, als Michael Guntersdorf, Leiter der Stabsstelle zur Zukunft der Städtischen Bühnen, die Ergebnisse des Prüfberichts vorstellte, herrschte in der Römer-Koalition Uneinigkeit, welche Schlussfolgerungen daraus zu ziehen sind. Den Vorschlag von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), sich von der Theaterdoppelanlage zu verabschieden, das Schauspiel am Willy-Brandt-Platz neu zu bauen und die Oper „innerhalb der Wallanlagen oder auf dem Bockenheimer Depot“ neu zu errichten, wurde lediglich von der SPD im Römer durchweg positiv aufgenommen.

„Das neue Schauspielhaus soll nach den Vorstellungen der SPD in jedem Fall am Willy-Brandt-Platz entstehen, während für die Oper ein anderer, möglicherweise zusätzlicher Standort in zentraler Lage infrage kommt“, sagte Renate Wolter-Brandecker, die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Der Vorteil dabei sei, dass nur eine Interimsspielstätte für das Schauspiel nötig wäre. Den Plänen der CDU zur Aufgabe des Bühnen-Standorts am Willy-Brandt-Platz erteilte sie eine Absage: „Dieser zentrale Kulturstandort gehört allen Bürgerinnen und Bürgern und darf nicht zum Begierdeobjekt der Immobilienspekulanten werden, mit denen Teile der CDU-Fraktion offensichtlich eng verbunden sind“, sagte sie.

FDP für Hartwigs Vorschlag

Die CDU bekräftigte ihre Position: „Der Neubau der Bühnen an einer anderen Stelle ist die einzig realistische Alternative, um seriös mit den unvermeidlichen Kosten- und Zeitrahmen zu arbeiten“, sagten der CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider und der CDU-Fraktionsvorsitzende Nils Kößler, die ein entsprechendes Positionspapier unterzeichnet hatten. Die Sanierung der Bühnen am heutigen Standort ist demnach die schlechteste aller Möglichkeiten. Die Verlagerung des laufenden Betriebs an Interimsspielstätten sprenge den Kostenrahmen und belaste Künstler, Personal und Besucher. Der Bau einer neuen Doppelanlage sei der Aufspaltung von Oper und Schauspiel vorzuziehen.

Die Grünen im Römer wollen sich die Ergebnisse des Prüfberichts „nun in aller Ruhe anschauen“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Sebastian Popp. Die Grünen glaubten allerdings nicht, dass ein Neubau an zwei Standorten billiger sei als der Neubau an einem Standort. „Wir sind im übrigen dafür, Oper und Schauspiel am Willy-Brandt-Platz zu belassen“, sagte Popp.

Hartwigs Vorschlag, einen Neubau „am Theaterplatz“ und einen „in der Innenstadt“ zu errichten, könne die FDP-Fraktion viel abgewinnen, sagte der kulturpolitische Sprecher, Stefan von Wangenheim, als Vertreter der Opposition. Allerdings solle das Kinder- und Jugendtheater Teil des neuen Schauspielhauses werden.

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