Die Besucher sind begeistert von der herbstlichen Pracht. Christoph Boeckheler

Palmengarten

Lob der Knolle, Lob der Biene in Frankfurt

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Der Palmengarten feiert Erntedank und Herbstfest in strahlendem Gelb und Orange. Bei der Ausstellungseröffnung werden Erinnerungen wach.

Die Hauptproduktionszeit der Natur neigt sich dem Ende entgegen – aber im Palmengarten geht’s jetzt richtig los. Die Höhepunkte der kommenden Wochen: Erntedankausstellung (läuft bis Sonntag), Herbstfest (auch an diesem Wochenende), und Ende Oktober beginnen die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Palmenhauses. Das stand nämlich schon, ehe der Palmengarten drum herum eröffnet wurde.

Aber zunächst: danke, Ernte! Was da wieder alles gewachsen ist in diesem Jahr: Sonnenblumen noch und nöcher, Astern, Physalis, Studentenblumen, Dahlien. Die Stadtgruppe der Kleingärtner hat zentnerweise schönstes Obst und Gemüse in den Palmengarten gekarrt, Rettich, Kürbisse, Möhren in den originellsten Farben. Und jedem Besucher fällt etwas aus der Kindheit ein: zur Kartoffelernte oder zu dem schönen Gefühl, dass am Ende aus all der Arbeit etwas so Wertvolles geworden ist: gesunde Lebensmittel.

Die Erntedank-Ausstellung des Palmengartens zeigt bis Sonntag, was Baum und Äcker hergegeben haben.

Das Herbstfest, Samstag 14 bis 19.30 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr, lockt mit Saftkeltern, Kürbisschnitzen und mehr. Laternenumzug: Samstag, 19.30 Uhr.

150 Jahre Palmenhaus werden vom 28. Oktober bis 3. November gefeiert. Mehr dazu: www.palmengarten.de. ill

Es sei die Zeit der Knollen, sagt Bernd Ochs, Verwaltungschef des Palmengartens: „Wir zeigen alles, was in und auf der Erde wächst – aber wir zeigen auch die Blüten.“ Herrlich sieht das wieder aus, wunderbar arrangiert vom Gestaltungsteam der Galerie am Palmenhaus. Es wird angeleitet von einem neuen Chef: Dominik Heukemes hat die Aufgabe übernommen. Hobbygärtner kennen ihn aus dem Sunflower-Gartencenter, für das er 15 Jahre arbeitete, zuletzt als Abteilungsleiter der Baumschule. „Ich wollte mal was anderes machen“, sagt er. Und weil dasselbe für Jonas Glaser gilt, Heukemes’ Vorgänger in der Galerie, der jetzt im Außenbereich gestaltet, traf sich das gut.

Die Erntedankausstellung zeigt schon die Handschrift des Neuen: Kleine Gärtchen sind mit Staketenzäunen abgesteckt, und es war Heukemes wichtig, die Themen Bauerngarten und Blütenbiologie samt Bestäubung in der Schau unterzubringen. Auf den Umweltaspekt legt auch Bernd Ochs großen Wert: „Wir Menschen müssen alles tun, um das Gleichgewicht der Natur zu erhalten“, sagt er den Eröffnungsgästen, „sonst entziehen wir uns selbst die Lebensgrundlage.“ Auch die Lyrik kommt nicht zu kurz beim Erntedank – erst zitiert Ochs den universell vorbildlichen Erich Kästner, dann ist Goethe dran, zu dessen Lob und Preis der Palmengarten just vor 20 Jahren ein kunstvolles Areal abteilte. Auch wenn heute niemand mehr weiß, wo genau die Goethes und Textors einst auf dem Gelände ihre eigenen Möhren zogen.

Das Herbstfest lockt am Samstag und Sonntag mit allerlei Leckereien, musikalischer Unterhaltung vom Duo Corinna Danzer (Saxofon) und Martin Lejeune (Gitarre) und einem Laternenzug. Das ehrwürdige Palmenhaus wird einen Monat später mit Vorträgen, Führungen, Aktionen und Musik gefeiert. Und das Gemüse aus der Erntedankschau gibt’s in der nächsten Woche in der Palmengarten-Kantine. Die Mitarbeiter freuen sich schon drauf.

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