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Ein Radfahrer trinkt.

Radfahrer

Ortsbeirat 4 in Frankfurt will Knigge für Fahrradfahrer

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Die Bürgerinitiative Radentscheid will mehr sicherere Radwege. Der Ortsbeirat 4 fordert zusätzlich einen Verhaltenskodex für die Radler.

Der Ortsbeirat 4 begrüßt die Pläne der Bürgerinitiative Radentscheid. Die Gruppe, die sich für eine fahrradfreundlichere Stadt einsetzt, hatte sich und ihre Ziele in der jüngsten Sitzung des Gremiums am Dienstagabend vorgestellt. Die meisten Fraktionen und Bürger lobten es, dass sich die Gruppe etwa für sicherere Radwege einsetzt. Auch im Ortsbeirat 7 waren zwei Vertreter der Initiative. Der Ortsbezirk ist jedoch nicht betroffen von den geplanten Maßnahmen.

Nach Ansicht mehrerer Stadtteilpolitiker im für Bornheim und das Ostend zuständigen Ortsbeirat 4 muss mit dem Ausbau der Radwege, die die Stadt auf Anregung der Initiative in den kommenden zwei Jahren umsetzen will, auch eine Schulung der Fahrradfahrer erfolgen. Derzeit gebe es viele „Radrowdys“ und Konflikte mit Fußgängern, sagte Sabine Fischer (CDU). „Wir brauchen einen Fahrradknigge.“ Durch zusätzliche Wege seien mehr Radler unterwegs, „dafür ist ein Verhaltenskodex nötig“, forderte Stadtbezirksvorsteher Ulrich Labonté.

Auf der Friedberger und der westlichen Hanauer Landstraße sollen nach dem Willen der BI Fahrbahnen in Radwege und breitere Bürgersteige umgewandelt werden. Das kam nicht bei allen Politikern gut an. Schon jetzt gebe es auf den beiden Strecken Staus, sagte Ortrud Seifert (SPD).

Zunächst sollen die Straßen deshalb nur provisorisch verkleinert werden, sagte Beatrix Baltabol von der BI. Denkbar sei zudem, auf der oberen Berger Radwege einzurichten. Dort sei die Situation „katastrophal“. Dafür müssten nur einige Parkplätze entfernt werden. Die Straße sei aber nicht in dem Maßnahmenkatalog enthalten, den die Stadt 2020/21 umsetzen wolle.

Mehr Lebensqualität

Nach Ansicht von Matthias Baumgardt (Ökolinx) könnten die Forderungen noch weitergehen und Autos ganz aus der Innenstadt verdrängt werden. Martin Ried von den Grünen forderte einen sicheren Radweg auf dem Anlagenring zwischen Flößerbrücke und Pfingstweidstraße. Wichtig sei es, neue Radwege baulich vor parkenden Autos zu schützen, sagte Bodo Pfaff-Greiffenhagen (CDU). Auch seien zusätzliche Kontrollen nötig.

Die bisher vereinbarten Schritte für den Ausbau des Radnetzes betreffen den Ortsbezirk 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) zwar nicht direkt. Trotzdem entspann sich auch dort am Dienstagabend eine Diskussion. In der „Phase 1“ sollen vor allem Hauptachsen sowie Nebenstraßen und Kreuzungen in der Innenstadt fahrradgerechter werden. „In der Zeit ist es unsere Aufgabe zu schauen, wo bei uns im Ortsbezirk Bedarfe bestehen, damit auch hier etwas passiert“, sagte Hans-Jürgen Sasse, SPD-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat 7, der „sich froh über den Kompromiss“ zeigte.

Grünen-Fraktionsvorsitzende Miriam Dahlke betonte: „Ihre Bürgerinitiative hat den Ausbau des Radverkehrs zehn Jahre vorangebracht.“ FDP-Fraktionschef Sebastian Papke zeigte sich irritiert über die Fokussierung auf die Hauptstraßen: „Ich fahre mit dem Rad lieber über Nebenstraßen als etwa über die Friedberger Landstraße.“

Auch Thomas Rätzke (CDU) nutzt für den Weg zur Arbeit meist das Rad: „Ich fahre lieber durch den Niddapark und den Grüneburgpark statt an Hauptstraßen.“ Gesche Oppermann von der Bürgerinitiative erwiderte: „Viele Alltagsradler möchten den direkten Weg von A nach B, statt Umwege zu fahren.“

Ein Bürger würdigte das Mehr an Lebensqualität etwa durch den Wegfall von Parkplätzen. Als Beispiel nannte er die Außenbewirtung des Cafés Ortells in Rödelheim im Sommer: Wo sonst Autos parken, stehen Tische und Stühle und laden zum Verweilen ein, freute sich der Mann.

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