So ein Klohäuschen, wie es 2007 am Bornheimer Hang stand, soll wiederkommen. Das wünschen sich Ortsbeirat und Kleingärtner.

Bornheim

Klos für den Bornheimer Hang

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Ortspolitiker und Kleingärtner wollen gegen Wildpinkler am Bornheimer Hang vorgehen. Sie fordern die Stadt auf, eine öffentliche Toilette einzurichten. Doch bis es dazu kommt, kann es noch Jahre dauern.

Am Bornheimer Hang fehlt eine öffentliche Toilette. Darüber sind sich wohl alle einig. Derzeit kursieren sogar Schreiben von Hundebesitzern in den sozialen Medien, in denen Eltern aufgefordert werden, ihren Kinder zu verbieten, ihre Notdurft in den Büschen zu verrichten. Doch bis die Stadt etwa an der Kettelerallee eine neue sanitäre Anlage baut, werden noch Jahre vergehen.

„Hier muss dringend etwas geschehen“, sagt der Stadtverordnete Bernhard Ochs (Die Frankfurter). Dass es am Bornheimer Hang keine Toilette gibt, ist seiner Ansicht nach „ein Unding“. Schließlich gibt es in der Rose-Schlösinger-Anlage mehrere Spielplätze, einen Fitnessparcours und die große Hundeauslaufwiese. Auch parkten rund um die Kettelerallee etliche Besucher, die etwa in die Eissporthalle oder auf Veranstaltungen auf dem Festplatz wollten.

Etliche Menschen also, die mitunter ein WC benötigen. Da es keine gibt, nutzten viele die Büsche, sagt Ochs: „Das geht so nicht weiter!“ Mit einer Aktion möchte seine Fraktion auf die Situation hinweisen. Am Samstag, 22. Juni, wollen Ochs und sein Parteikollege Peter Schmidt aus dem Ortsbeirat 4 auf dem Platz gegenüber der Heilig Kreuz-Kirche vor Ort sein.

Daran beteiligen möchte sich auch der Kleingartenverein Buchhang, der am Bornheimer Hang mehrere Parzellen hat. Schon seit Jahren fordern die Gärtner, dass am Bornheimer Hang wieder eine öffentliche Toilette entsteht. „Das brauchen wir dort auf alle Fälle“, sagt der Vorsitzende Oliver Lang. Seitdem die Spielplätze an der Kettelerallee ausgebaut sind, habe sich die Situation zugespitzt. Derzeit gebe es in der näheren Umgebung nur die Klos der TG Bornheim an der Inheidener Straße: „Das kann nicht sein.“

Da die Besucher der Eissporthalle und des Festplatzes ebenfalls WCs benötigten, ist für Lang eine Anlage am Festplatz denkbar. Begrüßen würde er aber eine Toilette am selben Platz, wo sie bis vor rund zehn Jahren schon einmal gestanden hat: an der Kreuzung Wittelsbacher-/Kettelerallee. Bereits 2007 hatte der Ortsbeirat angefragt, ob in dem damals heruntergekommenen Häuschen ein Café mit öffentlichem WC untergebracht werden könne – ähnlich wie im Günthersburgpark.

Die Kleingärtner könnten das Lokal unterstützen, hatte Oliver Lang schon damals vorgeschlagen – und hält noch immer daran fest. Sie könnten etwa Kräuter, Obst und Gemüse aus ihren Parzellen anbieten. Derzeit verkaufe der Verein mitunter an das Restaurant Bornheimer Ratskeller.

Ob Toilette oder Café mit öffentlichen Klos: Denkbar sei beides, sagt Günter Murr vom Baudezernat. Doch noch sei offen, ob am Bornheimer Hang überhaupt für Abhilfe gesorgt wird, obwohl sich Bürger bei einer Online-Umfrage 2017 dafür ausgesprochen haben und die Leitungen am ehemaligen Standort noch vorhanden sein sollen.

Derzeit arbeitet das Amt für Bau und Immobilien wie berichtet an einem Gesamtkonzept für die Stadt. Noch in diesem Jahr soll dies abgeschlossen werden. Dabei werde einerseits geprüft, wo neue WCs entstehen könnten und wie vorhandene öffentliche Toiletten etwa in Restaurants, Kiosken oder Ausflugslokalen stärker genutzt werden können.

Sobald das Konzept steht, sollen die Stadtverordnetenversammlung und die Ortsbeiräte eine Priorisierung festgelegt, sagt Murr. Erst danach können konkrete Schritte eingeleitet werden. Besucher am Bornheimer Hang müssen also noch Geduld haben.

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