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Klimastreik in Frankfurt: Straßenfest nach der Demo

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Die Versammlungsleitung der „Fridays for Future“ auf dem Lautsprecherwagen macht bei der Demo einen guten Job: Juli, Jenny und Freddy.
Die Versammlungsleitung der „Fridays for Future“ auf dem Lautsprecherwagen macht bei der Demo einen guten Job: Juli, Jenny und Freddy. © Christoph Boeckheler

Im Anschluss der Demonstration von „Fridays for Future“ gab es auf dem Uni-Campus noch die Möglichkeit zum Kennenlernen und Vernetzen.

Auf dem Boden sind große Banner der gerade zu Ende gegangenen Demonstration ausgelegt, und mehrere Menschen sind auf dem Platz unterwegs, um Hashtags auf den Boden zu sprühen, die ausdrücken, warum sie an diesem Tag auf die Straße gegangen sind. Climate Justice steht dort, aber auch „LGBTQIA+ for Futures“, „Verkehrswende statt Autolobby“ und das Motto der Demo: „People not Profit“.

Darum ging es auch bei dem Straßenfest, das am Campus Bockenheim im Anschluss an den Demonstrationszug stattfand. Der Platz am Campus war am Nachmittag noch locker gefüllt mit Menschen, die nicht sofort die nächste U-Bahn nach Hause nehmen und noch etwas verweilen und sich vernetzen wollten.

Es sollte eine Gelegenheit sein zum Austausch, aber auch ein Kennenlernangebot für alle Interessierten, die bisher noch nicht aktiv bei „Fridays for Future“ dabei sind oder sich auch über andere Initiativen informieren wollten. So gab es neben Redebeiträgen auch ein paar Infostände von verschiedensten Initiativen und beispielsweise die Möglichkeit, für einen Frankfurter Klimaentscheid zu unterschreiben.

Bei einem offenen Kennenlerntreffen wollten Veranstalter:innen die Möglichkeit schaffen, die „Basics zu erklären“, so einer der Aktivisten, und einfach mal für alle, die sich bisher noch nie engagiert haben, aufzeigen, wie man sich vernetzen und überhaupt aktiv werden kann.

Sie wollen solidarisch sein, sagt eine der jungen Rednerinnen am Straßenfest. Es gehe darum, gemeinsam Lösungen zu finden und in diesen Zeiten vor allem für diejenigen zu kämpfen, die bald ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Im Hinblick auf steigende Lebensmittelpreise und drohende Heizkostennachzahlungen nach diesem Winter stellt sie die Frage in die Menge: „Wie um Himmels willen sollen wir uns das noch leisten, wenn jetzt schon der Kontostand am Ende des Monats bei null ist?“ Das ist das wichtigste Anliegen, für das sich viele der Menschen, die an diesem Tag an der Aktion teilnehmen, Gehör verschaffen wollen. Das Motto „People not Profit“ meint für viele genau das: Nicht diejenigen aus dem Blick zu verlieren, die jetzt durch die Folgen der versäumten Energiewende Gefahr laufen, in die Armut zu rutschen.

„Wir wollen nicht für eure dreckigen Energien bezahlen“, ruft die Rednerin am Campus Bockenheim den Zuhörenden zu und trifft damit auf Zustimmung aus der Menge. Es brauche grundlegende Veränderungen des kapitalistischen Standards, um ein besseres Leben für alle zu ermöglichen.

Man könne Klimagerechtigkeit einfach nicht mehr ohne soziale Gerechtigkeit denken, sagt Tobias, der zwar nicht aktiv bei den Planungen von Aktionen von „Fridays for Future“ mitwirkt, aber immer versuche, an Demonstrationen teilzunehmen. Auch er mache sich Sorgen, wie es im Winter weitergeht, da er als Student nicht viel verdiene. „Es kann nicht sein, dass jetzt nur auf die Konzerne geschaut wird, wie die über die Runden kommen, und wir hocken da und können unsere Lebensmittel nicht mehr bezahlen“, sagt er. Die 200-Euro-Pauschale für Studierende sei für ihn ein schlechter Witz.

Eine andere Teilnehmerin der Demo läuft gerade Richtung U-Bahn. Sie habe sich gefreut, dass doch so viele da waren. „Ich denke, das ist auch ein Zeichen an diejenigen, die dauernd sagen, die Bewegung wäre tot.“ Es sei natürlich viel los im Moment, und sie merke in ihrem Umfeld, dass vielen auch einfach die Energie fehle, um so richtig aktiv zu sein. „Aber wenn nicht wir als junge Menschen – wer soll es denn sonst machen?“

Für Klimaschutz und Eintracht! Junger Demonstrant.
Für Klimaschutz und Eintracht! Junger Demonstrant. © Christoph Boeckheler

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