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Die Bewegung Fridays for Future streikt in Frankfurt für eine andere Klimapolitik. 

Klimastreik in Frankfurt

Kultusministerium verbietet Schulausflüge zu Klimaprotesten

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Mit ihren Schülern wollten Lehrer zum Klimastreik in Frankfurt - als schulische Exkursion. Doch das Hessische Kultusministerium hat etwas dagegen.

An der Wöhlerschule ist das Kollegium verärgert. Grund: Ein Brief des Staatlichen Schulamts hat alle Pläne für Freitag zunichte gemacht. Dabei hatte man viel vor. Mit einigen Oberstufenkursen wollten die Lehrer zu den groß angelegten Klimastreiks in Frankfurt gehen. Als schulische Exkursion. Auch an anderen Schulen waren Ausflüge zu den Protesten geplant.

Doch das Kultusministerium ließ Anfang der Woche über die Staatlichen Schulämter mitteilen, dass eine Exkursion zu der Demonstration keine schulische Veranstaltung und nicht durch die Unfallkasse Hessen versichert sei. „Wir hatten viel Vorbereitungsarbeit“, sagt ein Lehrer der Wöhlerschule. „Doch die ist jetzt hinfällig.“

Klimastreik: Protestbewegung „Fridays for Future“ ruft zu Aktionstag auf

Am Freitag ruft die Protestbewegung „Fridays for Future“ zu einem Aktionstag auf, der sich in einen „Globalen Klimastreik“ der Bewegung in vielen Ländern der Erde einreiht. Vormittags soll es einen Sternmarsch zum Opernplatz geben, nach einer Kundgebung zieht eine Demonstration durch die Innenstadt. „Bei unseren Schülerinnen und Schülern ruft der Protest große Resonanz hervor“, sagt der Lehrer. Das Kollegium unterstütze das und es sei „lange diskutiert, ob man das als schulische Exkursion machen kann“.

Klimastreik in Frankfurt: „Teilnahme widerspricht dem Neutralitätsgebot an Schulen“

Die Gesamtkonferenz beschloss schließlich, dass Oberstufenkurse mit ihren Lehrern zur Demo gehen können. Elternbriefe wurden geschrieben, ab der sechsten Stunde sollte zudem der Unterricht entfallen, damit an der Demo alle teilnehmen können. Doch für das Kultusministerium ist eine politische Demonstration kein schulischer Ausflug. „Eine Teilnahme widerspricht dem Neutralitätsgebot an Schulen“, sagt Ministeriumssprecher Stefan Löwer. Zudem gebe es die Schwierigkeit für Lehrer, auf einer Demonstration ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen.

Frankfurt: Klimawandel auf dem Plan

Der Brief sei „eine Klarstellung“, sagt Löwer. Denn es hatte von Schulen Nachfragen zu einer Teilnahme gegeben. An der Wöhlerschule ärgern man sich, dass der Brief so spät kam. „Wir hätten andere Möglichkeiten gefunden“, sagt der Lehrer. Eine Teilnahme am Klimabildungsfestival vom Verein Umweltlernen am Main etwa. Doch Anmeldeschluss war vergangene Woche.

Nun wird an der Wöhlerschule am Freitag ganz normaler Unterricht stattfinden. Fast. Für die Sekundarstufe 1 wird es – wie geplant – in zwei Stunden um Klimawandel gehen. Dagegen hat auch das Ministerium nichts. Ob aber in der Oberstufe viel Unterricht stattfindet, ist fraglich. Die Schule geht davon, dass ein großer Teil der Schüler nicht da sein wird.

Globaler Klimastreik am 20. September 2019: Ein zivilgesellschaftliches Bündnis und zahlreiche Unternehmen unterstützen „Fridays for Future“. Aber es gibt rechtliche Hürden für eine Teilnahme.

Von Sandra Busch

Frankfurt: Klimaprotest vor der EZB: Fridays for Future, Extinction Rebellion und Attac wollen die Amtseinführung der neuen EZB-Präsidentin Lagarde für ihre Proteste nutzen.

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