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Klimaschutz auf dem Schulhof

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Die Liebfrauenschule gestaltet mit dem Verein Umweltlernen ihren Pausenhof neu.

Früher war hier überall Beton“, sagt Bernd Abraham, Projektleiter des Vereins Umweltlernen in Frankfurt. Jetzt klettern und balancieren Schüler:innen der Liebfrauenschule unter den zwei alten Bäumen im hinteren Teil des Schulhofs in der Innenstadt auf einer Konstruktion aus Robinienholz. Der weiche Untergrund aus Holzhäckseln dämpft die Landung. Für ein kleines Päuschen können sich die Kinder dann auf eine der neuen Spielplattformen zurückziehen.

„Hier stand früher ein Sandkasten, den hat aber niemand benutzt“, sagt Eloisa, die in die vierte Klasse geht. „Cool, dass wir jetzt den neuen Spielplatz haben.“ Aber nicht nur die Kinder können sich freuen. Der Verein Umweltlernen hat die Liebfrauenschule dabei unterstützt, eine Strategie zur Klimaanpassung auf dem Schulhof umzusetzen. Regenwasser kann jetzt besser versickern, das entlastet die Kanalsysteme, und den Bäume hilft es. Die Wärmespeicherung an heißen Sommertagen wird im Vergleich zu Asphaltflächen verringert.

Eine Fläche von 100 Quadratmetern haben rund 30 Eltern der Schüler:innen entsiegelt. Innerhalb von zwei Tagen lösten sie unter Anleitung des Biologen und Projektberaters Jürgen Blum die Steine aus dem Boden. In einer Kette reichten sie Stein für Stein über den Schulhof, erzählt Ali Klaodaverdian, dessen Sohn die vierte Klasse besucht. Diejenigen, die nicht körperlich mithelfen konnten, hätten ein Buffet organisiert. „Der Verein hat die Umsetzung toll vorbereitet, auch mit der Logistik und dem Transport“, sagt er.

Matthias Haenel, ebenfalls Vater eines Schülers, sagt, die Eltern spürten eine starke Verbundenheit zur Schule und wollten „etwas beitragen“. Kinder hätten oft schon ein Gefühl für Nachhaltigkeit und einen viel intuitiveren Umgang mit der Natur, „da können wir Eltern noch etwas von lernen“. Dass die Schüler:innen sich mit den Themen auskennen, liegt vielleicht auch daran, dass die Liebfrauenschule in den vergangenen zwei Jahren vermehrt den Fokus auf unterschiedlichste Umweltprojekte gelegt hat. Schulleiterin Susanna Kock erzählt, neben ihrer Zusammenarbeit mit Umweltlernen Frankfurt hätten sie unter anderem am Schuljahr der Nachhaltigkeit teilgenommen und sogar ein eigenes Energiesparteam an der Schule. Dabei habe das Thema unterschiedliche Facetten. „Die Kinder freuen sich immer, wenn sie ihre Schule mitgestalten können. So bekommen sie ein Gefühl dafür, dass sie selbst etwas bewegen können“, sagt sie.

Zwischen 2000 und 4000 Euro kostet ein solches Schulhofprojekt normalerweise. Ähnliche Projekte wurden unter anderem bereits am Goethegymnasium umgesetzt, dort konnten die Schülerinnen und Schüler selbst Hand anlegen.

In Zukunft will der Verein in Zusammenarbeit mit den städtischen Fachämtern mehr Mittel aus dem hessischen Klimaschutzplan akquirieren. Ein Folgeprojekt ist an der Liebfrauenschule schon in Planung.

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