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Klimaproteste am Frankfurter Flughafen

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Polizisten tragen einen Aktivisten vom Airportring am Flughafen Frankfurt.
Polizisten tragen einen Aktivisten vom Airportring am Flughafen Frankfurt. © dpa

Erste Blockadeaktion des „Aufstands der letzten Generation“ in Frankfurt.

Zwölf Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaschutzgruppe „Aufstand der letzten Generation“ blockierten Zugangswege zum Frankfurter Flughafen. Am frühen Mittwochmorgen sollen laut Angaben der Polizei sechs Personen die Fußgängerbrücke in Richtung des Luftbrückendenkmals besetzt haben. Weitere sechs Aktivist:innen protestierten am Airportring mit Bannern mit der Aufschrift „Essen Retten, Leben Retten“, gibt die Polizei weiter an.

Die „Letzte Generation“ fordert in einer Pressemitteilung die Umsetzung der Maßnahmen des repräsentativen Bürgerrates Klima und ein sofortiges Essen-Retten-Gesetz. Neben den Sitzblockaden habe sich eine Person festgeklebt, erklärte ein Polizeisprecher. Das Festkleben ist eine Methode, die die Klimaschutzgruppe bereits häufig angewendet hat. Das Lösen der Person sei allerdings recht unkompliziert. Man könne Aceton oder auch Spülmittel und Heißwasser verwenden, so die Polizei.

Die Räumung sei dementsprechend friedlich verlaufen und die Polizei habe Platzverweise erteilt. Lediglich eine Person musste kurzzeitig festgenommen werden, da sie erneut versuchte, die Zufahrtsstraße zu blockieren.

Es kam zu Beeinträchtigungen des Verkehrs am Airportring, der jedoch über die Gegenfahrbahn umgeleitet wurde. Der Flugverkehr sei nach Angaben der Polizei nicht beeinträchtigt gewesen. Die Initiative „Letzte Generation“ spricht dagegen von „massiven Störungen der Luftfracht und des Passagierflugverkehrs“.

Am Mittag sollte eine Abseilaktion stattfinden, die jedoch nach Angaben von Polizei und Initiative verhindert wurde. Neben dem Frankfurter Flughafen wurden zwei weitere Flughäfen in Berlin und München blockiert. Ziel der drei Blockaden sei es, laut Initiative, die Spanne der folgenden drei Jahre zu betonen. Lediglich diese Zeit bliebe, um die Gesellschaft vor der Klimakatastrophe zu retten,

„80 Prozent der Bevölkerung stehen hinter den Beschlüssen des Bürgerrat Klima. Die Politik setzt die Empfehlungen aber nicht um, sondern sperrt die Menschen weg, die sich für den Willen der Bevölkerung einsetzten. Das ist doch vollkommen absurd!“ erklärt Aktivistin Sonja Manderbach am Frankfurter Flughafen.

Positiv gegenüber der Aktion äußerten sich weitere Klimagruppen aus Frankfurt und Deutschland. Annemarie Botzki, Sprecherin von Extinction Rebellion Deutschland begrüßt die Blockade. „Wir brauchen kreative und vielfältige Möglichkeiten gegen die Klimakrise.“ Menschen könnten sich je nach Geschmack für eine Methode des Protests entscheiden, betont Botzki.

Auch Wolfgang Heubner, Sprecher der Bürgerinitiative „Kein Flughafenausbau“ Sachsenhausen hält die Proteste für absolut sinnvoll. „Der Frankfurter Flughafen ist immerhin für über 30 Prozent der CO2-Emissionen in Hessen verantwortlich“. Er sehe allerdings die Gefahr, dass die Aktion aus dem Ruder laufe, wenn sich Menschen anschlössen, die den friedlichen Konsens nicht teilten.

Deutlich verurteilte die CDU Hessen die Aktivist:innen. In einer Pressemitteilung spricht der parlamentarische Geschäftsführer der Landtagsfraktion, Holger Bellino, von einer „erneuten erpresserischen Aktion“, die auf dem Rücken unbeteiligter Bürger:innen ausgetragen werde.

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