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Wald ist wichtig fürs Klima.

Klimawette

Klimahelden – und ein Appell an die Politik

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Die jüngsten guten Beispiele fürs CO2-Sparen bei der FR-Klimawette: Zug fahren, radeln, Bäume pflanzen. Aber ist es damit getan? Was tun die Entscheider?

Der Wald wird noch lange brauchen, bis er sich von den vergangenen beiden heißen und dürren Sommern erholt hat – und da ist noch nicht berücksichtigt, ob der Sommer 2020 auch wieder so extrem wird. Der Frankfurter Stadtwald sei immer noch sehr geschwächt, obwohl es im Herbst und Winter viel geregnet habe, sagte der stellvertretende Forstabteilungsleiter Peter Rodenfels der Deutschen Presse-Agentur. Bäume stürben immer noch ab.

Wer ist schuld? Die Klimakrise, die den gesamten Naturhaushalt durcheinanderbringt. Der Mensch muss sich anstrengen, um die Erderwärmung in Grenzen zu halten. Wie tut er das? Indem er möglichst wenig Kohlendioxid in die Atmosphäre entlässt. So wie FR-Leser Günther Weber. Er lebt an der Bergstraße und schreibt uns zur Klimawette: „Hallo, grundsätzlich hatte ich sowieso schon vor, das Auto weniger zu benutzen (völlig drauf zu verzichten ist im ländlichen Bereich erheblich schwieriger, dürfte in der Großstadt mit besseren ÖPNV-Angeboten leichter fallen).“ Das Seniorenticket Hessen habe ihm die Umsetzung sehr erleichtert. Er ist im Januar schon mit dem Zug nach Mainz, Gießen, Weilburg und Kassel gefahren. „Und meine Photovoltaik-Anlage produziert jedes Jahr mehr Strom, als im Haushalt verbraucht wird.“

Angesichts der großen CO2- Verursacher – Energiewirtschaft, produzierende Industrie, Flugverkehr, Regenwaldabholzung – kommt er zur Auffassung: „Eigenes Verhalten mehr ökologisch und auf Nachhaltigkeit auszurichten halte ich natürlich für richtig – den Blick dafür, dass die massivsten Probleme nur politisch zu lösen sind, sollten wir uns aber bewahren und nicht verstellen lassen durch Aktionen/Aktionismus mit Auswirkungen vergleichsweise im Mikro- oder Nanobereich.“ Bewusstseinsbildung sei gut, aber: „Für wichtig halte ich die richtigen politischen Entscheidungen!“

KLIMAWETTE

Die FR und das Energiereferat der Stadt Frankfurt wetten, wer mehr Leute zum Kohlendioxid-Sparen bewegen kann. Die Wette läuft bis einschließlich 20. Februar; am Samstag, 22. Februar, wollen wir das Ergebnis bekanntgeben.

Mehr als 60 Tonnen Kohlendioxid-Einsparung haben die FR-Leserinnen und -Leser bisher mit ihren Beiträgen angekündigt.

Zu gewinnen gibt es (außer dem Kampf gegen die Klimakrise) 25 klimafreundliche Coffee-to-go-Becher im FR-Design, 25 Klimasparbücher (im Buchhandel nach zehn Jahren diesmal erstmals ausverkauft) und einen Besuch bei der FR samt Gespräch mit der Chefredaktion und Klimaexperte Joachim Wille.

Jeder Beitrag ist uns willkommen. Bitte mailen Sie an online@fr.de. Alles Wissenswerte dazu unter www.fr.de/klimawette. ill

Da sind wir uns einig. Und freuen uns über jeden Beitrag zur besagten Bewusstseinsbildung.

Auch diesmal wieder zwei Beispiele unserer enorm engagierten überregionalen Leserinnen und Leser: „Ich lebe am Rande des Ruhrgebiets, meine Zeitung ist seit Jahrzehnten die FR“, schreibt uns K. Hentschel. Pläne für dieses Jahr: keine Flugreisen, Naturstrom nutzen, Bahn fahren, Einkauf auf Märkten mit dem Rad, das auch als Sportgerät dient, kein Fleischverzehr, ausschließlich Bioprodukte, saisonal, regional, unverpackt, Plastik weiter reduzieren. Ebenfalls auf dem Programm: ein Waldstück pachten für die Umwelt und ein Schutzgebiet für Bienenprojekt unterstützen. Bravo.

Aus Aurich steuert Helene Steffen Zahlen bei. 1400 Kilogramm Kohlendioxid im Jahr will sie durch Stilllegung der halben Wohnfläche (110 Quadratmeter) einsparen, nachdem die Kinder ausgezogen und die Arbeitszimmer aufgelöst sind. 400 Kilo bringen Radfahrten bei Erledigungen im Ort (rund 2000 Kilometer an 300 Tagen à sieben Kilometer). Eine Tonne CO2 rechnet sie für Autofahren mit Autogas hoch (10 000 Kilometer bei zehn Kilo Ersparnis auf 100 km). 1200 Kilo CO2 bringt demnach der Einkauf regionaler Produkt (2,5 Kilo pro Woche à zehn Kilo CO2 mal 50 Wochen).

Zudem wird bei Helene Steffen der Wäschetrockner durch einen Wäscheständer ersetzt, viel weniger Wäsche als bisher gewaschen, nichts mehr online bestellt (es entfallen etwa 20 Pakete à 280 Gramm) und im eigenen Garten sollen 20 Bäume gepflanzt werden. Da kann man nur sagen: Respekt!

Was tun Sie fürs Klima? Lassen Sie es uns per E-Mail wissen: online@fr.de. Die vielen bereits eingesandten Beiträge veröffentlichen wir nach und nach.

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