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Preisverleihung zum „Ideenwettbewerb Klimaschutz 2019“.

Umwelt

Klima schützen und gewinnen in Frankfurt

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Die Stadt zeichnet vorbildliche Teilnehmer an ihrem Ideenwettbewerb aus. Ein Unternehmen beschäftigt sogar Künstliche Intelligenz zur Problemlösung.

So eine Haussanierung bringt viel. Fürs Klima. Und auf lange Sicht fürs eigene Portemonnaie. Aber was das erst mal kostet! 100 000 Euro, rechnet Hannah de Graauw-Rusch, wird die neue Heizung verschlingen. „Und das Dach ist auch bald an der Reihe.“ Gar nicht zu reden von all den Dingen, die schon in den vergangenen Jahren fällig waren, die neuen Fenster etwa.

Was kann man da machen? Trotzdem mutig weitersanieren – und 25 000 Euro städtische Förderung bekommen: Die Niederurseler Wohneigentümergemeinschaft um Hannah de Graauw-Rusch ist die erste Preisträgerin des neuen Sanierungswettbewerbs, den das Energiereferat 2019 einführte. Am Donnerstag wurde das Projekt im Literaturhaus feierlich ausgezeichnet.

Die neue Gasheizung wird der Gemeinschaft mit 32 Wohneinheiten am Erbsenweg Einsparungen von elf Prozent Energie und 27 Prozent CO2 im Vergleich mit der alten Ölheizung einbringen. Den Sanierungsfahrplan hat der Energieberater Oliver Zapf auf Vermittlung des Energiereferats aufgestellt.

Referatsleiterin Wiebke Fiebig kündigte an, den Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder auszuschreiben. Sie hatte aber noch weitere Preisträger zu Gast: die Besten im zum vierten Mal ausgetragenen „Ideenwettbewerb Klimaschutz“.

Da gingen insgesamt 39 000 Euro an die Kreativen. Den größten Anteil sicherte sich die Etalytics GmbH, die mit sogenannter künstlicher Intelligenz die Kühlsysteme in Rechenzentren optimieren will. „Wir haben festgestellt, das dort rund die Hälfte der Energie nur für die Kühlung aufgewendet werden muss und somit nicht für die eigentlichen Aufgaben zur Verfügung steht“, erklärte Mitgründer Thomas Weber. Die Erfindung der Firma, ausgegliedert aus der TU Darmstadt, soll die Energieeffizienz maßgeblich steigern: „EnerFlexFra“, das bedeutet „Energieflexibilität in Frankfurt“. Dafür gibt’s 22 000 Euro Förderung.

„BeTrift“ nennt sich ein gemeinschaftliches Wohnprojekt in Niederrad – mit 51 Einheiten das größte seiner Art in Frankfurt. Die Prosumergy GmbH betreut dort ein Projekt zu klimafreundlicher Energieversorgung mit Beteiligung der künftigen Nutzer. „Wir wollen eine Fotovoltaikanlage mit einem Gründach kombinieren“, schilderte Geschäftsführer Daniel Netter. Damit seien Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel auf einer Fläche vereint. Die Stadt beteiligt sich mit 10 000 Euro Förderung.

7000 Euro erhält Velotaxi Frankfurt für den Plan einer „Swobbee-Akkuwechselstation“. In solchen Stationen sollen aufgeladene Akkus bereitliegen, um leere Energiespeicher in Taxis, E-Bikes, Elektrorollern ersetzen zu können. Das würde das Problem langer Ladepausen lösen.

Die Gewinner haben nun Zeit, ihre Projekte bis Ende November umzusetzen. Wiebke Fiebig freute sich mit allen Preisträgern und ermunterte zum Mitmachen in der nächsten Runde.

Die FR ermuntert ihrerseits zum Mitmachen bei der Klimawette, die noch bis 20. Februar läuft. Machen Sie mit, sparen Sie CO2 – alles Wissenswerte dazu unter www.fr.de/klimawette.  

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