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Noch sind die Lichter der Skyline an – an diesem Samstagabend sollen möglichst viele ausgehen.

Earth Hour in Frankfurt

Klima retten in Frankfurt – jetzt erst recht

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Zur Earth Hour an diesem Samstag geht das Licht aus, diesmal ohne Party. Trotz Corona machen in Frankfurt fast ebensoviele Firmen mit wie im Vorjahr.

Wie sich die Zeiten ändern. Noch vor einem Jahr trafen sich die Leute am Tag der Earth Hour im Hotel Frankfurter Hof zur zentralen Party in der Stadt. Auf einer vier mal vier Meter großen Tanzfläche – man kann also sagen: ziemlich eng zusammengepfercht für herkömmliche Tanzflächenverhältnisse – rockten sie, was das Zeug hielt, um mit den speziellen Bodenplatten Energie zu erzeugen.

Nun, das fällt in diesem Jahr aus wegen Sie-wissen-schon-wem, wegen Corona. Wenn am Samstag, 28. März, die Welt für eine Stunde das Licht ausknipst, um symbolträchtig Energie zu sparen, wird es wohl kaum zu Versammlungen von mehr als zwei Personen kommen.

„Die Earth-Hour-Promotion für Bürgerinnen und Bürger des Energiereferats der Stadt Frankfurt sowie auch der Laternenumzug der WWF-Jugend zur Earth Hour werden hiermit leider aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation abgesagt“, heißt es in einer Mitteilung des „Teams Frankfurt Klimaschutz 2050“.

„Die Gesundheit aller geht zurzeit vor“, betont Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Deshalb ist es besser, zu Hause zu bleiben und dort das Licht für eine symbolische Stunde zu löschen.“ Ihr Appell gilt auch allen Frankfurter Unternehmen: Sie sollen sich weiterhin an der weltweiten Klimaschutz-Aktion beteiligen und zur Earth Hour das Licht an ihren Gebäuden ausschalten. Das Ziel, laut Heilig: „Gemeinsam ein Zeichen für den Umwelt- und Klimaschutz zu setzen.“

Denn Corona hin, Corona her – das Klima muss ja trotzdem gerettet werden. Zu dem Zweck hat der World Wide Fund for Nature (WWF) 2007 in Australien die Earth Hour ins Leben gerufen und auf die ganze Welt ausgedehnt: als besonders aufsehenerregende Stromsparaktion, die zu mehr Sorgfalt im Umgang mit der Energie aufrufen soll. Eine Stunde ohne Licht wird das Ruder nicht herumreißen, aber sie kann womöglich einen Denkanstoß geben: Wenn wir ohne Kohleverfeuerung und ohne Atomenergie auskommen wollen, hilft es vor allem, den Stromverbrauch stark einzuschränken.

Selfies im Dunkeln

Das Energiereferat ruft konkret auf, erstens: an diesem Samstag von 20.30 bis 21.30 Uhr zu Hause das Licht ausschalten. Zweitens: auf der Internetseite wwf.de/earthhour für die „Erdstunde“ anmelden, damit der WWF nachvollziehen kann, wie viele Menschen mitmachen. Und drittens: ein Selfie oder Video im Dunkeln posten, gemeinsam mit dem Hashtag #EarthHour auf Twitter, Instagram, Facebook oder TikTok.

Ist das nicht kontraproduktiv? Licht aus, um Energie zu sparen, und dann Selfies davon posten, die wieder Energie verbrauchen? Darüber sei diskutiert worden, heißt es aus dem Energiereferat. Aber weil die Earth Hour allein die Welt sowieso nicht rettet, die gegenseitige Motivation mit Selfies und Videos aber viel bewirken könne, habe man die Empfehlung aufgenommen.

In Frankfurt haben sich bis Mittwoch 167 Unternehmen mit insgesamt 187 Gebäuden zur Earth Hour angemeldet. Im vergangenen Jahr waren es 173 Unternehmen mit insgesamt 214 Gebäuden, darunter etwa weithin (un)sichtbar der Messeturm und die Hochhäuser vieler Banken. Einige große Hotels und auch Einkaufszentren machten mit, kleinere Betriebe und Vereine – und natürlich die vielen Menschen, die daheim für eine Stunde abschalteten.

Unter diesen Corona-Umständen sei die Beteiligung in diesem Jahr absolut respektabel, bescheinigt das Energiereferat. Welche Unternehmen sich zur Aktion angemeldet haben, zeigt die Earth-Hour-Galerie, zu sehen unter:www.klimaschutz-frankfurt.de/earth-hour.

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