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36 Parzellen sollen an der Hans-Leistikow-Straße entstehen. Noch dient das Areal für dritte Grundschule am Riedberg. Im Hintergrund die A5.

Riedberg

Kleingärtnern am Riedberg

Das Grünflächenamt plant zwei Anlagen an der Hans-Leistikow-Straße und am Kreuzerhohl. Mehr als 75 Parzellen sollen dadurch entstehen.

Salat, Radieschen und Zucchini aus Riedberger Kleingärten könnte es im nächsten Jahr geben. In der Sitzung des Ortsbeirats 12 stellten Heinz-Peter Westphal und Maren Schilling vom Grünflächenamt am Freitag Entwürfe für zwei Kleingartenanlagen vor: an der Hans-Leistikow-Straße und am Kreuzerhohl.

Letztere gehört zwar schon zur Niederurseler Flur. Trotzdem sollen dort Gärtner, die sich vor einem Jahr zum Kleingartenverein Riedberg zusammenschlossen, aktiv werden – auf einem 12 500 Quadratmeter großen Areal. 38 Parzellen mit jeweils 250 bis 300 Quadratmetern plant das Grünflächenamt dort.

An der Hans-Leistikow-Straße sollen 36 Parzellen auf insgesamt 11 000 Quadratmetern entstehen. Derzeit dient das Areal noch als Standort für die dritte Grundschule am Riedberg – voraussichtlich bis 2022. Deshalb wird die Kleingartenanlage nach Angaben der Planer in Etappen realisiert: Zuerst kommen 19 Parzellen, der Rest nach dem Rückbau des Schul-Provisoriums.

Verbunden werden beide Anlagen durch den Grünzug „Römische Straße“, an dem seit November gebaut wird und die Ende des Jahres fertig werden soll. Wenige Monate später sollen Kleingärtner auf den ersten Parzellen an der Kreuzerhohl und an der Hans-Leistikow-Straße zu Spaten und Hacke greifen können. Das Grünflächenamt stelle auf beiden Anlagen eine jeweils 1,80 Meter hohe Hecke als Außeneinfriedung her, kündigte Maren Schilling an. Außerdem würden die Flächen geebnet, Wege gebaut, Betonfundamente für die Gartenhütten erstellt sowie Anschlüsse für Wasser und Strom verlegt. Die Kosten für das gesamte Projekt bezifferte Schilling mit rund 1,6 Millionen Euro.

An beiden Anlagen sind jeweils vier Parkplätze sowie zehn Stellplätze für Fahrräder vorgesehen. Ebenso sind Gemeinschaftsflächen eingeplant, auf denen ein Vereinsheim oder Toilettenanlagen errichtet werden können. Das dürfte jedoch noch einige Zeit dauern. Denn der neue Verein habe für solche Investitionen derzeit kein Geld, sagte Christoph Baumann, Vorsitzender des Kleingartenvereins Riedberg.

Die Hoffnung, dass die Kommune in Sachen Toiletten helfend einspringen könnte, machte Heinz-Peter Westphal teilweise zunichte: „Eine vollständige Finanzierung durch die Stadt ist grundsätzlich ausgeschlossen.“ Das sei Sache des Vereins, allerdings gebe es eventuell Fördermittel. Anders sei das, wenn öffentliche oder zumindest teilöffentliche Toiletten gebaut würden. Dafür sei das Amt für Bau und Immobilien zuständig. Und man müsse klären, wer für Unterhalt und Reinigung zuständig ist.

Um den Kleingartenverein zu unterstützen, verabschiedete der Ortsbeirat einstimmig einen Antrag der CDU-Fraktion, in dem um Haushaltsmittel für Toilettenanlagen gebeten wird.

Ein heikler Punkt ist die Zufahrt zum Gelände am Kreuzerhohl. Hier seien Widerstände aus Niederursel zu erwarten, weil man eine Zunahme des Verkehrs fürchte, sagte Matthias Jakob (SPD). Das bestätigte eine Zuhörerin. Derzeit sei der Weg durch Poller gesperrt, so dass er gefahrlos von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden könne. Werde die Absperrung entfernt, werde sich das ändern.

Die Mitarbeiter des Grünflächenamts verwiesen darauf, dass die Erschließung des Geländes nur an dieser Stelle möglich sei. Außerdem würden die Poller lediglich versetzt. Wie weit, darüber müssten sich die beiden Ortsbeiräte einigen. „Einen Durchgangsverkehr wird es hier nicht geben“, sagte Ortsvorsteherin Carolin Friedrich (CDU).

Den Plänen des Grünflächenamts stimmte der Ortsbeirat zu. Wegen der Zufahrt zum Gelände Kreuzerhohl werde man sich noch mit dem Ortsbeirat 8 abstimmen, kündigte Friedrich an.

Strahlende Sonne und warme Frühlingstemperaturen: Viele Menschen zieht es trotz der Einschränkungen durch die Corona-Krise nach draußen. In den Kleingartenvereinen in Frankfurt ist deshalb voller als sonst.

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