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Kleingärten sollen bleiben

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Von: Sabine Schramek

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Der Kleingärtnerverein Riederwald 1913 hat sich mit Vertreter:innen der Politik getroffen. rainer rüffer
Der Kleingärtnerverein Riederwald 1913 hat sich mit Vertreter:innen der Politik getroffen. rainer rüffer © Rainer Rüffer

Der Verein n der Kleingartenanlage „Am Graben“ kämpft um die Anlage neben dem Festplatz und ist im Austausch mit der Politik.

Der DJ spielt „Waterloo“ von ABBA am Vereinshaus in der Kleingartenanlage „Am Graben“. Überall ist es bunt. Auberginen und Äpfel, Bohnen und Birnen, Salat und Sonnenblumen sowie Tomaten, Paprika, Kräuter, Feigen und Oliven wachsen hier. Die Kleingärtner:innen sorgen sich aber um ihr Idyll und haben Angst, dass die vielleicht sogar einen Teil ihrer Gärten abgeben müssen, weil die Stadt derzeit einen Neubau für die Europäische Schule auf dem Festplatz prüft.

Das soll aber unbedingt verhindert werden. Die Warteliste für einen der 105 Gärten ist lang. „400 Interessenten für die Gärten hier haben wir gerade“, sagt der Erste Vorsitzende Niklas Pauli (44) beim Gartenfest und Tag der offenen Tür. Hunderte Besucher sind beeindruckt von der grünen Oase.

„Hier ist der gesamte Querschnitt aus Menschen, Miteinander und Natur. Vom Säugling bis zum 97-Jährigen aus mehr als 20 Nationen ist alles dabei. Wir haben inklusive Gärten für Leute mit Behinderung, Natur, Insekten, Vögel, Fledermäuse und vor allem einen Ort, in dem Nahrungsmittel ökologisch angepflanzt und geerntet werden. Jeder Garten versorgt im Selbstanbau rund zehn Personen rund ums Jahr“, sagt Pauli. Dass die Anlage vielleicht weichen soll, wollen nicht nur die Kleingärtner:innen verhindern. Sie haben daher für diesen Tag Politiker und Politikerinnen zum Gedankenaustausch eingeladen. Bei selbst gebackenem Kuchen, duftenden Bratwürsten, Kaffee und Waffeln wird über Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Für Magistratsmitglied Stephan Siegler (CDU) ist klar, dass „eine Pavillonschule schön ist, aber wir sind hier in einer Großstadt. Gegenüber im Ostpark ist eine nagelneue Sportanlage, die mitgenutzt werden kann. So wie es auch die Helmholtz- und die Reuterschule macht.“ Der Stadtverordnete und umweltpolitische Sprecher der Frankfurter CDU-Fraktion Yannick Schwander sagt, dass es Konsens aller Parteien sei, dass nicht noch mehr Grünflächen verschwinden. „Die Schule ja, aber nicht auf Kosten der Kleingärtner“, sagt er und betont, dass es bisher nicht einmal ein Raumkonzept gebe. „Man muss aufhören, so konventionell zu denken. Man kann einen Schulhof auch auf einem Zwischengeschoss bauen. Die TG Bornheim hat ja auch eine Flutlichtsportanlage auf dem Dach.“ Siegler und Schwander sind der Meinung, dass der Magistrat nicht „Fortschritt predigen darf, aber sich dabei auf gestern und vorgestern beruft“.

Pauli hatte sich in einem offenen Brief bereits an die Politik gewandt und auch die Punkte Dippemess und die Parkplätze für Fans der Löwen, des FSV und der Galaxy ebenso hervorgehoben wie erhöhtes Verkehrsaufkommen von Elterntaxis für 2500 Schüler und Lieferverkehr. Die Ortsbeiräte 4 (Bornheim, Ostend) und 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) stünden hinter dem Erhalt der Anlage.

Julia Frank und Thomas Schlimme von den Grünen im Römer haben schriftlich geantwortet, dass sie sich für die Kleingärten einsetzen wollen. „Die Gartenanlage darf keineswegs von vornherein als ,Verfügungsfläche‘ für ein künftiges Schulgelände angesehen werden, ein Erhalt in der gegenwärtigen Größe muss das Ziel sein.“

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