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Die Musiker auf dem Podium in der vollbesetzten Katharinenkirche.

FR-Altenhilfe

Ein kleines Festival für die FR-Altenhilfe

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Zum ersten Mal sind beim Konzert der FR-Altenhilfe in der Katharinenkirche in Frankfurt drei Gruppen mit dabei, darunter die Matchbox Bluesband.

Es gibt ein untrügliches Zeichen dafür, dass Weihnachten näherrückt. Wenn nämlich alljährlich das große Konzert der FR-Altenhilfe in den Fokus gerät. Seit Jahrzehnten bietet die Frankfurter Rundschau in der Katharinenkirche im Stadtzentrum traditionellen Jazz mit sehr guten Musikern aus ganz Deutschland. Die Atmosphäre in der mit 450 Menschen gefüllten Kirche ist legendär. 

Lange Zeit standen musikalisch die Red Hot Hottentots im Mittelpunkt, die sich stets Gäste eingeladen hatten. In diesem Jahr nun weitet sich der musikalische Rahmen erheblich. Beim Konzert am 23. November werden die Besucher zum ersten Mal drei Bands erleben. Zum Boogie Woogie und Swing stößt der Blues dazu. Organisator Bernd K. Otto spricht deshalb auch vom „FR-Altenhilfe-Festival“. Es wird eine Premiere sein. 

„Wir haben das Konzept ganz geändert und wollen unseren Besuchern ein breiteres musikalisches Spektrum bieten“, sagt Otto, der selbst das Banjo spielt. Der Schüler von Emil Mangelsdorff und Carlo Bohländer wurde schon 1975 Mitglied der Barrelhouse Jazzband, der er bis 1995 angehörte. 1988 gründete er die European Swing All Stars. Otto verfügt über hervorragende Verbindungen in der Jazz-Szene, die ihm geholfen haben, all die Musiker des kleinen Festivals auf die Bühne zu bringen. Mit mehr als 2000 Konzerten in über 30 Ländern ist er ein internationaler Botschafter des Jazz. 

Den Auftakt in der Katharinenkirche macht aber in diesem Jahr eine Formation, die seit mehr als 35 Jahren von Frankfurt aus den Blues in die Welt trägt – die Matchbox Bluesband. Ihr Mitbegründer Klaus, genannt „Mojo“, Kilian ist einer der besten Bluesharp-Spieler Deutschlands. An seiner Seite steht der Gitarrist Bernd Simon. Beide sind sie an klassischen Vorbildern geschult, traten etwa gemeinsam mit dem Rocksänger Roger Chapman auf und mit Bob Margolin, dem Gitarristen von Muddy Waters. 

 Chapman war es denn auch, der die Frankfurter „a fucking great band“ nannte. Die Matchbox Bluesband beherrscht den rockigen und fetzigen Rhythm and Blues ebenso wie den langsamen Down Home Blues. Wer sie einmal erlebt hat, weiß, wie die Band einen Saal zum Kochen bringen kann – das wird in der Katharinenkirche nicht anders sein. Denn „Mojo“ Kilian wie Bernd Simon sind beide auch gute Sänger. Ergänzt werden sie durch Mitspieler am Schlagzeug und Bass.

 Die Matchbox Bluesband wird den Abend in der Katharinenkirche eröffnen und dann den musikalischen Staffelstab weitergeben an den Pianisten Michael van den Valentyn und sein Trio. Der in Wiesbaden aufgewachsene Musiker, Spross einer alten Kölner Bürgerfamilie mit Ursprüngen in den Niederlanden, gehört sicher zu den besten Boogie Woogie-Interpreten Deutschlands. In Frankfurt ist er bestens bekannt als Künstlerischer Leiter der Sunflower Boogie Woogie&Jazz Night, die im vergangenen September zum siebten Mal die Jazzfans anlockt hat. 

Van den Valentyn spielte schon mit Axel Zwingenberger, ist präsent bei zahlreichen Piano-Festivals in Deutschland. Sein musikalischer Bogen spannt sich von den Altmeistern Duke Ellington und Count Basie bis hin zum Boogie Woogie Pionier Albert Ammons. Doch er komponiert auch selbst. Die zweite Hälfte des Abends in der Katharinenkirche gehört dann einer Formation, die Organisator Bernd K. Otto die „FR All Stars“ genannt hat. 

Hier werden die Zuhörer Musikern wiederbegegnen, die sie aus Jahrzehnten von den Red Hot Hottentots kennen, etwa dem Schlagzeuger und Mitbegründer der Band, Horst Buchberger, und Jörg Kuhfuß mit seinem Sousaphon. 

Aber auch andere Musiker sind dabei, die seit Jahren für die FR-Altenhilfe spielen wie etwa der Saxophonist und Klarinettist Wilson de Oliveira, lange Zeit Mitglied der HR-Bigband. Dazu kommt Altsaxophonist Danyel Nicholas aus Wiesbaden.

Ein ganz besonderer Newcomer wird Christoph Aupperle sein, ein brillanter Solist insbesondere am Vibraphon, aber auch am Piano. Aupperle hatte 2016 im Frankfurter Jazzkeller an der Seite der Gitarristin Zelia Fonseca das Publikum begeistert. 

Er steht im steten Kontakt mit brasilianischen Musikern und hat in wichtigen Latin- und Salsa-Formationen gastiert. Ein neuer musikalischer Gast ist auch der 25-jährige Trompeter Marko Mebus, der bei Axel Schlosser in Mainz das Instrument studiert hat und Träger des rheinlandpfälzischen Landesmusikstipendiums in den Jahren 2014/2015 war. Er ist bereits mit der HR-Bigband und dem Glenn Miller Orchestra gemeinsam aufgetreten. 

Rechtzeitig Eintrittskarten sichern

Die „FR All Stars“ werden die musikalische Mischung zwischen Dixieland, Swing und Bebop bieten, die früher das Konzert in der Katharinenkirche geprägt hat. Auch Organisator Bernd K. Otto am Banjo ist natürlich mit von der Partie. 

Zum großen Finale, das nach etwa drei Stunden zu erwarten ist, kommen dann alle beteiligten Musiker noch einmal auf dem Podium vor dem großen Altar zusammen. Ein vielversprechender Abend also. 

Der Vorverkauf für die Tickets beginnt: Jetzt. Erfahrungsgemäß sollte man sich rechtzeitig Karten sichern. 

Und natürlich gehören zur Musik auch die bewährten kulinarischen Angebote, von vielen freiwilligen Helfern zubereitet. Da gibt es Ebbelwei ebenso wie Schmalzbrote und Brezeln. 

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