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Schön anzusehen, die Modelbahnen.

Griesheim

Kleine Bahnen machen großen Eindruck

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Die Modellbahntage faszinieren Besucher mit Detailtreue und ausgetüftelten Extras.

Da ist der Schnellste“, ruft Christos seinem Nachbarn zu. In diesem Moment rauscht das realitätsgetreue türkisfarbene Modell einer Frankfurter Straßenbahn vorüber. Mit großen Augen schauen die jungen Besucher bei den „Modellbahntagen“ im Griesheimer Saalbau am Samstag der Straßenbahn in Klein nach, wie sie ihre Runden dreht.

Zur 32. Ausgabe seiner Ausstellung hat der Modellbahnclub Griesheim (MCG) ein halbes Dutzend Vereine und Freundeskreise eingeladen, die am Vortag teils stundenlang ihre Modellbahn-Anlagen aufgebaut haben. Neben einer Kinder-Spielecke, in der beispielsweise Lego-Steine auf größere Modellbahn-Züge verladen werden können, hat auch der MCG zum Anschauen einige seiner Bahn-Anlagen aufgebaut. Eine unfertige ist dabei, um für Nachwuchs zu werben, der sich mit seiner Kreativität an dieser und weiteren Anlagen ausprobieren könne, wie auf einem Plakat zu lesen ist. „Wir brauchen unbedingt neue Mitglieder, um die Anlagen unserer Zeit anzupassen“, sagt Bärbel Grünewald vom MCG, der vor rund 35 Jahren gegründet worden ist. 20 Mitglieder hat der Verein aktuell. Interesse an Elektronik sei hilfreich, aber kein Muss. Teils würden die elektrischen Züge per Laptop gesteuert, was auch bei den Modellbahntagen zu sehen ist, teils immer noch analog, verrät Grünewald, die durch ihren Sohn und Ehemann zu dem männlich dominierten Hobby gekommen ist.

Über den großen Saal im Erdgeschoss verteilt surren am Wochenende elektrische Eisenbahnen über Tische und Holzkonstruktionen durch bis ins Detail gestaltete Landschaften und verschwinden in Tunneln unter künstlichen Bergen. Hin und wieder entgleist ein Zug. Schnell eilt dann ein Helfer heran, der den Zug wieder aufsetzt. Zu sehen sind Modelleisenbahnen von der kleinsten Spurweite „Z“ über die klassische „H0“ bis zur „Spur 2“, der sogenannten „Gartenbahn“.

Die Straßenbahn, deren Geschwindigkeit der siebenjährige Christos bewundert hat, haben die „Frankfurter Modellbahnfreunde“ mitgebracht. Auf weiteren Schienenstrecken lassen sie auch ein Straßenbahn-Modell älterer Generation, einen ausgedienten U-Bahnzug und den Ebbelwei-Express kreisen. Für Christos steht fest, der Nachbau der Frankfurter Tramlinie 11 gefällt ihm am besten. „Die bin ich schon tausendmal gefahren“, berichtet der Unterliederbacher und ergänzt: „Bei uns fährt gar kein Zug hin, außer der Bummelzug.“

Der Griesheimer Dlovan, der mit Christos über die Straßen- und U-Bahnen gestaunt hat, ist für ein Gespräch nicht einzufangen. Von einer Anlage zur nächsten flitzt der Vierjährige und läuft den fahrenden Zügen hinterher. „Mama, guck mal“, ruft er. Dlovans Mutter Semire Zarei steht mit der jüngeren Schwester auf dem Arm am Rand und sagt: „Mein Sohn liebt alles, was mit Auto und Eisenbahn zu tun hat.“ Auch die mit rund 25 Metern längste Anlage der Ausstellung, von den Modellbahnfreunden Altlußheim bei Mannheim, begutachtet Dlovan. Auf Knopfdruck kann sogar ein Spanferkel, das sich auf einem Grill dreht, in Bewegung gesetzt werden.

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