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Schauen, stöbern, schmökern – und vielleicht auch kaufen: 25 Verlage zeigen ihre Bücher.

„069 - Frankfurter Verlagsschau“

Die kleine, aber feine Buchmesse

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Beim Publikum kommt die erste „069 - Frankfurter Verlagsschau“ in der Evangelischen Akademie gut an.

Hell, freundlich, bunt und auf den Tischen viele, viele Bücher. Zwei Tage Zeit zum Stöbern, Schmökern, Innehalten, mitten in der Stadt, die Evangelische Akademie am Römerberg ein idealer Ort, die erste „069 – Frankfurter Verlagsschau“ ein Volltreffer. Schon am Sonntag war klar, dass es im nächsten Jahr eine Widerholung geben wird.

Kleine Buchmessen wie die vom Wochenende gebe es inzwischen bundesweit in „30 bis 35 Städten“, sagt Axel Dielmann, einer der Organisatoren. Gerade die kleineren Verlage hätten erkannt, dass es „nur noch zusammen geht“. 17 Verlage aus Frankfurt mit der Vorwahl 069 und acht Gastverlage aus anderen Städten haben in der Akademie zusammengefunden.

Es gehe darum, Zeit zu gewinnen – Zeit fürs Lesen. Und da ist die Konkurrenz groß: Es sei ja so bequem, seine Zeit mit dem Fernseher oder dem Internet zu verbringen. Das Lesen aber setze eine gewisse Anstrengung, Teilnahme und Anteilnahme voraus.

Man könne über das Internet die Nase rümpfen oder es nutzen, meint dagegen Gerd Fischer vom Verlag „Mainbooks“ und fügt hinzu: „Wir entwickeln E-Book-Serien.“ Krimiautor Fischer hat seinen eigenen Verlag gegründet – aus Frust über andere Verlage. Das eigene Unternehmen habe „von Anfang an funktioniert“. „Türöffner“ sei gewesen, dass seine Krimis in Frankfurt spielten. Kaum hatte er eine Homepage eingerichtet, wurden ihm Manuskripte und Entwürfe mit richtig „guten Sachen“ geschickt.

Inzwischen betreut Fischer, der sich auf hessische Autoren konzentriert, rund 30 Schriftsteller. Katharina Eismann, selbst Autorin, bummelt entspannt von Stand zu Stand und freut sich über die lockere Atmosphäre. Nach dem Besuch der „großen“ Buchmesse fühle sie sich oft erschlagen. Hier geht es familiärer zu, viele Verleger sind direkt vor Ort, etwa Siv Bublitz, eine von vier Geschäftsführerinnen des Fischer-Verlags. Anders als bei der großen Buchmesse, wo erst sonntags die Bücher verkauft werden, kann hier jeder ein Buch in die Hand nehmen, zahlen und gehen.

Der Verkauf sei aber „nicht das erste Ziel“, sagt Bublitz. Gesucht werde das Gespräch mit den Leserinnen und Lesern. Auch Silvio Mohr-Schaaff von der Büchergilde setzt auf den „Kontakt zum Leser“ und den „Schulterschluss der Verlage“. Er habe erlebt, dass junge Leute, „die digital aufgewachsen“ seien, sich „über ein Buch richtig freuen“ könnten.

Rainer Capptuller und Ehefrau Gerlinde gehören zur Generation „über 50, unter 60“. Sie verzehren gerade ein „leckeres Wrap“. Die beiden kommen aus Schöneck bei Nidderau und wollen an diesem Tag noch andere Dinge in Frankfurt erledigen. Er hat eine Faust-Ausgabe entdeckt, „die ich noch nicht kannte“. Sie hat sich vor allem bei den Gartenbüchern umgeschaut und sich für vier kleinere und ein größeres Werk entschieden. „Das Schöne ist, man kann hier etwas mitnehmen.“

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