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Er kann es nicht lassen, das Helfen. Und das ist gut so.

Frankfurt

Klaus Reef im Unruhestand

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Derr einstige Frankfurter Stadtdekan wird 90. Und ist immer noch aktiv.

Er ist noch heute geprägt von der Aufbruchstimmung, die in der katholischen Kirche vom Zweiten Vatikanischen Konzil in den Jahren 1962 bis 1965 ausging. Und er bleibt der katholischen Soziallehre verpflichtet. Klaus Greef, der von 1982 bis 1997 als katholischer Stadtdekan in Frankfurt gewirkt hat, feiert am Samstag, 4. Januar, seinen 90. Geburtstag.

Die Liberalität und Offenheit, mit der der hochgewachsene Mann das Amt als Stadtdekan ausgefüllt hat, wirkt in der katholischen Kirche in Frankfurt bis heute nach. Er strahlte stets Gelassenheit und Ruhe aus. Dass Greef nicht aufgehört hat, auf den Wandel der katholischen Kirche zu hoffen, machte er noch unlängst bei einem Gesprächsabend im Haus am Dom deutlich. Er trat dafür ein, auch verheirateten Männern den Zugang zum Priesteramt zu eröffnen und dieses nicht mehr an die Bedingung des Zölibats zu knüpfen. Auch forderte er die Zeit für Priester, wirklich Seelsorger zu sein „und nicht nur Manager von Großpfarreien“.

Halt gegen den Nazi-Terror

Greefs Entscheidung, katholischer Priester zu werden, wurzelt in der Erfahrung des Zweiten Weltkriegs. Geboren in Duisburg, kam er mit seiner Mutter im Alter von sieben Jahren nach Frankfurt am Main. Die Stadt hat er dann sein ganzes Leben lang als seine Heimat begriffen. Als Heranwachsender musste er ihre Zerstörung erleben, die Bombennächte, die Angst und Verzweiflung der Menschen in den Kellern während der Angriffe.

Die katholische Kirche gab dem Jugendlichen auch Halt gegenüber dem nationalsozialistischen Terrorregime. Nach dem Abitur schrieb er sich als Student der Theologie in der katholischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt ein. 1955 wurde er zum Priester geweiht, er kann also bald auf 65 Jahre als Geistlicher zurückblicken.

Die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils weckten in seiner Priestergeneration große Hoffnung auf Erneuerung. Die Öffnung hin zur evangelischen Kirche und zum Judentum, die Einbeziehung der Gläubigen als Teilnehmer in den Gottesdienst, die Anerkennung des „gemeinsamen Priestertums“ von Priestern und Laien – all diese damals verkündeten Ziele waren in den Augen junger Geistlicher Meilensteine.

Nach Priesterstationen in Limburg und Lahnstein und als Bezirksdekan Rhein-Main wurde Greef 1982 Stadtdekan in Frankfurt. Er arbeitete aber zugleich noch als Stadtpfarrer der Domgemeinde St. Bartholomäus.

Bis heute nimmt er an vielen wichtigen Ereignissen in der katholischen Stadtkirche in Frankfurt teil, erst kürzlich war er dabei, als des katholischen Publizisten Walter Dirks gedacht wurde. In dem Seniorenheim im Zentrum der Stadt, in dem Klaus Greef lebt, hält er bis heute kleine Gottesdienste ab. 2011 hat er noch eine weitere Aufgabe übernommen: Er arbeitet als Blindenseelsorger beim Katholischen Blindenwerk. Ruhestand: Das ist für Greef ein Fremdwort geblieben.

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