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In den Osterferien kann die Elisabethenschule in ihr saniertes Gebäude zurückziehen.

Elisabethenschule im Nordend

Klatschen im Nordend wieder erlaubt

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Einst war die Elisabethenschule einsturzgefährdet, nun ist sie fast fertig saniert.

Sie war einst bekannt als die Einsturz-Schule. Die Schule, in der nicht rhythmisch geklatscht werden durfte. Die Schule, in der die Schüler ein Bändchen bekamen, wenn sie die Bibliothek betraten – so wurde sichergestellt, dass sich nicht zu viele in dem Raum aufhielten. Denn die Decken der Elisabethenschule im Nordend waren instabil, das Gymnasium einsturzgefährdet. Klassenzimmer wurden deshalb mit Baustützen abgesichert. Das war so bis 2015. Dann begann die Sanierung. Und nun, vier Jahre später, ist der Jugendstilbau fast fertig saniert, die Schule kann aus den Containern auf dem Pausenhof in den Osterferien in ihr Stammhaus zurückziehen. Schulleiter Stefan Neureiter kann es kaum erwarten. „Dann haben wir wieder mehr Platz“, sagt er. Allein die Flure seien breiter als in den Containern.

Eine einfache Sanierung ist es in jedem Fall nicht gewesen. Fast alle Decken mussten ausgetauscht werden, und das Gebäude aus dem Jahr 1907 steht unter Denkmalschutz. Wegen der statischen Mängel „musste in jedem Raum erst die eine Hälfte der Decke herausgenommen werden, dann die andere – alles händisch“, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Mittwoch bei der Besichtigung des Gebäudes. Mit der Schubkarre habe Material zudem abtransportiert werden müssen. „Im denkmalgeschützten Bau ist alles ein höherer Aufwand.“ Die Baustelle sei viel komplexer als bei einem Neubau.

Doch es ist nun fast geschafft, Klatschen ist bald wieder erlaubt. Die Arbeiter auf dem Pausenhof prüfen noch mit der Wasserwaage, ob der Boden seine gerade Ordnung hat. Im Gebäude wurden Eingangshalle und Treppenhaus rekonstruiert und ihnen die ursprüngliche Farbgebung zurückgegeben. Helle Sandfarben zieren nun die Wände statt des zwischenzeitlichen dunklen Grüns. Auch die abgehängten Decken wurden entfernt, in den Gängen kommen so die Bögen wieder zum Vorschein. „Die hat man vorher nicht gesehen“, sagt Projektleiterin Irmgard Vogler vom Amt für Bau und Immobilien.

In den Klassenräumen – die im Zuge der Sanierung vergrößert wurden –, geht es bunt zu. Blau, grün oder gelb sind sie gestrichen, ebenfalls den ursprünglichen Farbtönen entsprechend. Akustikelemente finden sich an Decken und Wänden – die aber auch als Pinnwand benutzt werden können. „Nur wenn man irgendwann nichts mehr hört, sollte vielleicht wieder etwas Papier abgehängt werden“, sagt Vogler.

Eine Wand in den Klassenzimmern wird von einem Tafelelement eingenommen. Es verkleidet zunächst einmal Lüftung und Elektrik, aber es dient auch als Projektionsfläche für den Beamer. Eine „Technik-Stele“ ist auch vorhanden. An diesen Kasten können Lehrer Laptop oder Tablet anschließen und über den Beamer das Bild an das Tafelelement werfen. „Für richtigen Frontalunterricht eben“, sagt Vogler.

36 Millionen Euro hat die Sanierung inklusive der Auslagerung in die Container gekostet. Hinzu kommen nun noch etwa dreieinhalb Millionen Euro für den Neubau der Bibliothek. Damit liegt die Sanierung wie geplant bei 40 Millionen Euro. Eine Punktlandung nennt das der Baudezernent.

Damals, als noch die Baustützen die Räume vorm Einsturz bewahrten, hat die Schule protestiert. Ist auf die Straße gegangen. Die marode Situation vieler Frankfurter Schulgebäude rückte so in den Fokus der Öffentlichkeit. „Leider müssen immer noch einige Schulen gemacht werden“, sagt Stadtelternbeirat Eckhard Gathof. Doch wenn die Sanierung der Elisabethenschule der Maßstab sei, „dann sind wir auf einem guten Weg“.

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