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Zum vierzigsten Mal ging es zum Spiridon-Silvesterlauf ans Waldstadion.

Silvesterlauf in Frankfurt

Klassentreffen für Läufer

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Mehr als 2000 Sportler rennen beim Spiridon-Silvesterlauf durch den Stadtwald in Frankfurt. Den Startschuss gibt Patrick Lange. Wegen einer leichten Verletzung konnte der Triathlon-Star doch nicht mitlaufen.

Das Wetter ist fast ideal. Kein Regen, kaum Wind, von Eis und Schnee ganz zu schweigen. Beim Silvesterlauf im Frankfurter Stadtwald, zu dem der Frankfurter Verein Spiridon an die Wintersporthalle geladen hat, ist es warm, so dass Thomas Rautenberg, Vorsitzender des Lauf-, Marathon- und Triathlonklubs, den Kindern vor dem Start ihres Zwei-Kilometer-Laufs rät, sich nicht zu warm anzuziehen.

Mehr als 2500 Sportler und viele Zuschauer haben sich am Sonntagmorgen auf den Weg zum Waldstadion gemacht. Familien, Paare, Lauftrefffreunde drängen zur Startnummernvergabe in die Halle. Miriam Pfitzmayer ist mit einer großen Gruppe Kinder aus Liederbach zum Lauf gekommen. TSG Niederhofheim steht auf den Trainingsjacken. Der Silvesterlauf liege ideal, mitten in den Ferien, sagt die Trainerin. Zudem sei es wichtig, auch jetzt in der kalten Jahreszeit etwas zu tun. „Im Winter werden die Meister gemacht“, verrät sie.

Für Sebastian Starck aus Hattersheim ist der Silvesterlauf der erste Wettbewerb nach einer Verletzungspause. Die zehn Kilometer ist der für Urban Runners Frankfurt startende 32-Jährige schon in 37 Minuten gelaufen. Beim Lauf durch den Stadtwald zählt für Starck aber nicht nur die Zeit. Der Lauf sei für jeden Läufer der Jahresabschluss, ja eine Art Klassentreffen für Läufer.

Ein paar Meter weiter warten Maja Severloh und Franziska Schmitt auf den Start des Vier-Kilometer-Jugendlaufs. Die 15-Jährigen sind mit einer Gruppe des Hünfelder SV gekommen, trainieren fünf bis sechs Mal die Woche Leichtathletik. Und sind schon ziemlich erfolgreich. Zusammen sind sie, wie sie erzählen, dieses Jahr Hessenmeister in der 800-Meter-Staffel geworden, Maja ist auch bei den Deutschen Meisterschaften gelaufen.

Kurz vor 11 Uhr schwört Rautenberg die Kinder auf den Zwei-Kilometer-Lauf ein. Gibt Tipps zur Renntaktik, erklärt die Strecke, rät nicht gleich loszulaufen, wie bei einem Hundert-Meter-Lauf, zählt runter – und alle rennen Punkt 11 Uhr los wie verrückt. Gut acht Minuten später sind sie schon zurück, und zum größten Teil immer noch in einem Höllentempo unterwegs. Vorne spurten zwei Jungs knapp hintereinander ins Ziel.

Beim Jugendlauf sieht es kurz so aus, als hätten gleich mehrere Sportler den Streckenrekord unterboten – und das um mehr als eine Minute. Doch aus Versehen sind sie eine zu kurze Strecke gelaufen, 3,3 statt vier Kilometer.

Frauen und Männer halten sich laufend warm, noch mehr Zuschauer versuchen, einen Blick auf den Start-Bereich für den Hauptlauf zu erhaschen. Dort steht Patrick Lange, Iron-Man-Sieger und Sportler des Jahres, um den Startschuss zu geben. Eigentlich wollte er mitlaufen. Doch er muss passen. „Ich habe mir eine leichte Reizung am Fuß zugezogen, weil ich einen neuen Schuh angezogen habe“, sagt er – und scherzt „Anfängerfehler“. Für das kommende Jahr hat er sich einiges vorgenommen, will beim Ironman in Frankfurt „um den Sieg mitreden“ und seinen Titel in Hawaii verteidigen.

Aus den Lautsprechern kommt Rock, Musik der 70er Jahre, wie Rautenberg erklärt. Nicht ohne Grund: Der diesjährige Silvesterlauf ist der 40ste. 1979 ging es los. Früh dabei war Kurt Stenzel. 1985 lief er bei Eis und Schnee mit seinem Bruder Helmut nach 31.09 Minuten durchs Ziel. Diesmal ist der Trainer der Leistungsgruppe von Spiridon als Pacemaker unterwegs. Der Elitelauf für Sportler, die die Strecke in unter 36 Minuten laufen können, ist schon gestartet als er losläuft. Wer mit ihm und seinem Luftballon ins Ziel kommt, bleibt unter 40 Minuten.

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