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T-Shirts, mit Kunst bedruckt: das Label Ingmarstudio.

Shopping in Frankfurt

Klamotten für Individualisten

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Auf dem Designmarkt Fashionyard präsentieren Frankfurter Aussteller am Wochenende im Palais von Thurn und Taxis nachhaltige Mode und funktionale Schnitte.

Hypnotisierend wie Sternhaufen am Nachthimmel kontrastieren die hellen Punkte auf schwarzer Baumwolle. „Die Leute sind überrascht, wenn sie erfahren, dass es keine Prints sind, und fragen, wie ich das gemacht habe“, sagt Alexandra Brückmann. Über ihre psychedelisch wirkenden T-Shirt-Muster gelingt es der 37-Jährigen, auf Designmärkten immer wieder mit Besuchern ins Gespräch zu kommen. Gern verrät die Dietzenbacherin dann schon mal das Geheimnis ihrer Technik, mit der sie Streetart-Mode bemalt.

Wie das kleine Frankfurter Label Alma haben sich 48 Designmarken auf der alternativen Modemesse Fashionyard im Palais von Thurn und Taxis eingerichtet. Bis Sonntag präsentieren Kreative aus ganz Deutschland Unikate und limitierte Designs von Bekleidung bis zu Schmuck und Accessoires. Aus Frankfurt sind acht Aussteller vor Ort.

Brückmann freut sich, nicht nur mit Kunden, sondern auch mit hiesigen Designern ins Gespräch zu kommen. In den letzten Jahren und Monaten habe sich viel in der kreativen Szene Frankfurts bewegt. Wie der Vintage Night Market und der Sachsenhausener Markt im Hof sei Fashionyard eine gute Gelegenheit, um die Frankfurter Kreativkultur mit Leben zu füllen.

Dazu trägt etwa das T-Shirt-Projekt Ingmar Studio bei. Das Ehepaar Michael Bucur und Veronika Siurbyte hat sich der Kunstförderung verschrieben. Ihre fair gehandelten Baumwoll-Shirts zieren Werke internationaler Bildkünstler und Studierender der Kunsthochschule HfG Offenbach. Über Lizenzverträge lässt das Label, das nach dem schwedischen Regisseur Ingmar Bergmann benannt ist, die Künstler am Erfolg der Streetwear teilhaben.

Zeitloser Schmuck

Andere Schwerpunkte setzt der Produktdesigner Jonathan Radetz, der zeitlosen Frauenschmuck kreiert. „Für Männer ist der Schmuckmarkt noch zu klein“, sagt der 30-Jährige. Dennoch werde er bei Fashionyard ein neues Design vorstellen, um die Resonanz beim männlichen Publikum zu testen.

In Experimentierstimmung ist an diesem Wochenende auch die Designerin von Rockydress, Teo Bulat. Mit der Marke hat Fashionyard eine Frankfurter Premiere vorzuweisen. Die Messe ist für das Label der erste öffentliche Auftritt. Das Sujet der freischaffenden Künstlerin und Diplomingenieurin sind wandelbare Kleider. Mit dem Mode-Start-up geht für die Autodidaktin ein lang ersehnter Traum in Erfüllung.

Um ihr eine Freude zu bereiten, gründeten ihre Kinder vor wenigen Wochen das Label und überraschten sie. „Auch jetzt bin ich noch tief gerührt. Seit Jahren trug ich die Idee mit mir rum, multifunktionale Kleidung zu entwerfen, und glaubte schon nicht mehr daran“, sagt die 57-Jährige erleichtert.

Ihre wohl ausgefallenste Kreation ist die sogenannte „Rockypants“, Overall und Kleid zugleich. In naher Zukunft hofft sie, Rockydress in Boutiquen und über eine App anbieten zu können. Den langen Weg, den Bulat vor sich hat, ist Marianna Déri bereits gegangen. In 16 deutschen und schweizerischen Shops ist ihre gleichnamige Marke verfügbar. Die Spezialität der Textilexpertin sind weibliche Schnitte aus fair produzierten Stoffen. „Ich wollte ein Label schaffen, das man mit gutem Gewissen tragen kann.“ Viel zu oft würden Verbraucher große Luxusmarken und Billigmode nachfragen. „Ich hoffe, dass solche Messen Interesse an kleinen Labels wecken und ein Dialog mit Ausstellern entsteht.“

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