Ökumene

Kirchentag schrumpft zusammen

  • Peter Hanack
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Statt 100.000 dürfen nur 30.000 Besucher zum Ökumenischen Kirchentag nach Frankfurt kommen. Dennoch soll das Fest auf ganz Deutschland ausstrahlen.

Der Ökumenische Kirchentag, der im Mai nächsten Jahres in Frankfurt gefeiert werden soll, war als ganz großes Kirchenfest mit mindestens 100 000 Besuchern und Besucherinnen geplant. Wegen Corona wird er nun deutlich kleiner – aber immerhin soll er stattfinden.

„Selten haben sich Menschen solch drängende Fragen zum Leben gestellt wie jetzt“, sagte die evangelische Kirchentagspräsidentin Bettina Limperg am Dienstag in einer Onlinepressekonferenz. Corona habe die Gesellschaft vor einen „ganzen Packen“ neuer Aufgaben gestellt. Gerade deshalb, so Limperg, sei der Kirchentag wichtig. „Gemeinschaft und Diskurs brauchen einen öffentlichen Raum“, die Gemeinschaftserfahrung sei nötig, um die Gesellschaft zusammenzuhalten. Deshalb „freuen wir uns auf die Begegnung“.

Das Fest

Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt ist der dritte seiner Art. Evangelische und katholische Christen feiern dort gemeinsam. 2003 fand er in Berlin, 2010 in München statt. In Frankfurt soll von 12. bis 16. Mai 2021 gefeiert werden. Mehr Informationen gibt es unter www.oekt.de. pgh

„Gerade jetzt“ sei der Kirchentag wichtig, zeigte sich auch der katholische Kirchentagspräsident Thomas Sternberg überzeugt. „Wir werden beweisen müssen, dass es auch unter Corona-Bedingungen möglich ist, ein solches Großereignis zu feiern“, sagte er. Der Kirchentag in Frankfurt werde „ausstrahlen auf ganz Deutschland“.

Damit dies möglich wird, müssen strenge Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Aus diesem Grund wurde auch die maximale Teilnehmerzahl für die verschiedenen Veranstaltungen stark eingeschränkt. Insgesamt sollen nun noch bis zu 30 000 Menschen den Kirchentag besuchen können, ursprünglich wurden weit mehr als 100 000 erwartet. „Es wird dieses Mal wohl einen ausverkauften Kirchentag geben“, erwartet Roland Vilsmaier vom Vorstand des Kirchentag-Vereins. Der Ticketverkauf soll am 1. Dezember beginnen.

Gleichzeitig sollen bis zu 20 Prozent der Veranstaltungen live übertragen werden. „Man wird an ganz vielen Orten das Frankfurter Ereignis mitfeiern können“, kündigte Sternberg an. Man werde Sachen machen, die „so noch nicht dagewesen sind“. So können etwa evangelische und katholische Kirchengemeinden gemeinsam eine gestreamte Veranstaltung verfolgen. Insofern seien die Beschränkungen durch die Pandemie auch eine Chance, viele Menschen zu erreichen. Gefeiert werden soll vor allem auf dem Frankfurter Messegelände. Mit den Behörden gebe es schon jetzt eine enge Zusammenarbeit, so die Organisatoren. Im Unterschied zu früheren Kirchentagen werde es allerdings dieses mal keine Unterbringung in Privatquartieren geben können. Für jene, die sich ein Hotel nicht leisten könnten, werde ein Fonds eingerichtet.

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