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Zum Ökumenischen Kirchentag stehen Buchstaben in der Stadt. Hier das „h“ am Museumsufer.
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Zum Ökumenischen Kirchentag stehen Buchstaben in der Stadt. Hier das „h“ am Museumsufer.

Kirchentag

Kirchentag in Frankfurt: Schaut hin, ein Besucher

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Zum Ökumenischen Kirchentag gibt es einen besonderen Spaziergang in der Stadt. An verschiedenen Stellen stehen überdimensionale Buchstaben.

Wer am Donnerstag Besucherinnen und Besucher des 3. Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt sucht, der muss schon genau hinschauen. Wie gut, dass es dafür einen eigens angelegten Spaziergang gibt, der zu neun ausgesuchten Orten in der Stadt führt. An den Buchstaben sollt ihr sie erkennen. „Schaut hin“, das Motto des Kirchentags, liefert die Buchstaben, die zu finden sind.

Los geht es vor dem Hauptbahnhof. Der Sockel des auf dem Vorplatz aufgestellten „S“ taugt immerhin als Sitzgelegenheit. Die junge Dame, die sich dort niedergelassen hat, schaut aber lieber auf ihr Smartphone. Ein paar Schritte weiter kommt es zu einem Handgemenge. Die am Südausgang des Bahnhofs postierte Polizei hat hingeschaut und ist schnell zur Stelle.

Das kleine „c“ steht am Willy-Brandt-Platz. Eigentlich hätte es das große Eurosymbol dahinter als c auch getan, aber dann wäre das mit dem Vernetzen schwer geworden. Denn an jedem Buchstaben prangt ein QR-Code, in dem die organisierenden Kirchen Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Orten hinterlegt haben. So taugt das kleine „c“ immerhin noch als Stele zum Anlehnen für alle, die ein Foto von sich mit dem Eurosymbol im Hintergrund schießen wollen. Denn wie heißt es in einem Video zu dem Stadtspaziergang: „Das Wichtigste: schöne Selfies.“

Es folgt ein Bummel durch die schöne Taunusanlage, wo schon viele Menschen unterwegs sind, die allerdings lieber flanieren oder sich auf die Wiese setzen, als sich um den Kirchentag zu kümmern. Das „h“ auf dem großen, schönen Opernplatz bleibt denn auch weitgehend unbehelligt. Die Leute sitzen lieber am nahen Lucae-Brunnen und lauschen dem Plätschern.

Keine Buchstaben, dafür aber Tische und Stühle gibt es an der Hauptwache. Eigentlich sei das alles anders geplant gewesen mit dem Kirchentag, verrät Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt. „Wir wollten die Gastfreundschaft zum großen Thema machen.“ Doch die Pandemie und Gastfreundschaft vertragen sich nicht sonderlich gut. Dann sei die Idee aufgekommen, Tische aufzustellen. „Wir wollten den Ökumenischen Kirchentag wenigstens sichtbar machen“, so die Beauftragte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Die Tische und Stühle sind unterschiedlich groß und hoch und stehen für Arm und Reich. Wer durch einen goldenen Ring schaut, erlebt die Tische durch die Perspektive als eine Tafel, wer näher rankommt, erkennt die unterschiedlichen Gesellschaften. Wegweiser zu den Stationen des Spaziergangs gibt es bei den Tischen an der Hauptwache auch. „Paulskirche, 350 Meter, Demokratie“ oder „Europäische Zentralbank, 2400 Meter, Gentrifizierung“, ist zu lesen.

Gäste des Kirchentags sind auch bei genauerem Hinschauen kaum auszumachen. Auf dem Paulsplatz fällt es sogar schwer, das fällige „a“ zu finden. Weil es nämlich in der Neuen Kräme steht und dort etwas verloren wirkt. Auch auf dem nahen Römerberg steht zwar ein Buchstabe, aber dort ist gewissermaßen die Gegendemonstration zum Kirchentag präsent. Es sieht ein bisschen aus wie mit Motivwagen im Karneval.

Auf dem Weg nach Sachsenhausen sind dann doch die ersten Gäste präsent. Eine Familie aus Riedstadt bekennt sich mit ihren Schals zum Kirchentag. Sie seien eine ökumenische Familie, sagen sie und wollen ebenfalls den Spaziergang mitmachen. In ihrer Gemeinde in Goddelau haben sie mit Playmobilfiguren ein Wimmelbild aufgebaut: So könnte der Kirchentag ohne die Pandemie aussehen. Am Samstagabend, vermuten sie, könnte es deutlich mehr Gäste des Kirchentags in Frankfurt geben.

An diesem Donnerstag bleibt die Stadt überwiegend Flaneuren vorbehalten. So verursacht das „n“ vor der Europäischen Zentralbank bei den Passanten zwischen Hafenpark und Pflasterstrand vor allem Ratlosigkeit. Das Mainufer ist keine klassische Pilgerstrecke. Der Buchstabe „n“ hat es aber auch schwer, ist er als solcher doch gar nicht so einfach zu erkennen. Die kleine Lene läuft spielend durch den kleinen Tunnel und kann somit schon mehr mit dem Buchstaben anfangen als viele Erwachsene, die des Weges kommen. Ein Mann klopft gegen den Buchstaben, vielleicht hat ja die Europäische Zentralbank Gold in dem „n“ versteckt.

Noch bis Sonntag können Interessierte aller Konfessionen und Glaubensrichtungen den Stadtspaziergang machen.

www.oekt.de/spaziergang

Auf dem Römerberg lockt das „u“ Besucher und Besucherinnen an.
Dieser Wegweiser an der Katharinenkirche erklärt, wo welche Buchstaben zu finden sind.

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