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Einer der zentralen Veranstaltungsorte: die Katharinenkirche an der Hauptwache. Gottesdienste gibt es auch im Dom oder open-air.
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Einer der zentralen Veranstaltungsorte: die Katharinenkirche an der Hauptwache. Gottesdienste gibt es auch im Dom oder open-air.

Gottesdienst

Corona ist schuld: Kirchentag in Frankfurt mit kleinem Präsenzprogramm

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Der Kirchentag Frankfurt wird coronabedingt reduziert. Pfarrer Olaf Lewrenz fürchtet, dass ehrenamtliches Engagement nach Corona nachlassen könnte.

Frankfurt - Kaum etwas deutet am Dienstagmittag an der Katharinenkirche in Frankfurt auf den bevorstehenden Kirchentag hin. Zwar steht unweit des Gotteshauses die Kirchentag-Installation „Ein Tisch“, aber mehr gibt es nicht. Im Kircheninneren liegen ein paar Flyer, die auf das digitale Programm hinweisen. Bruder Rudolf Dingenotto, der das Gebet zum Mittag für ein Dutzend Menschen gestaltet, weist in seiner Ansprache die Anwesenden noch kurz auf das Fest hin. Doch wirkliche Vorfreude will nicht aufkommen.

Kirchentag in Frankfurt kann in der Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden

Dabei hätte ein ökumenischer Kirchentag in normalen Zeiten auch in der evangelischen Katharinengemeinde für ein umfangreiches Programm gesorgt. „Die Kirche wäre von 8 bis 23 Uhr belegt gewesen“, sagt Pfarrer Olaf Lewerenz. Musikangebote, Gottesdienste und ein nächtliches Lichtspektakel in der Kirche – all das sollte realisiert werden. „Aber es war schon zeitig absehbar, dass der Kirchentag so nicht stattfinden kann“, sagt der 57-jährige Pfarrer. Nun wird es lediglich drei Gottesdienste als Begleitprogramm zum diesjährigen Kirchentag geben.

Tipps & Termine

Der Ökumenische Kirchentag in Frankfurt ist nach 2003 in Berlin und 2010 in München der dritte seiner Art. Katholische und evangelische Gläubige feiern dort zusammen und diskutieren miteinander.

Gefeiert wird von Donnerstag, 13. Mai, dem Himmelfahrtstag, bis einschließlich Sonntag. Eigentlich hätte der Kirchentag mit mehr als 100 000 Gästen gefeiert werden sollen. Doch Corona hat die Veranstalter gezwungen umzuplanen.

Die meisten Angebote sind online zu empfangen, es gibt aber auch Liveveranstaltungen, vor allem ökumenische Gottesdienste. Unter www.oekt.de/programmuebersicht steht Näheres.

Seit Dienstag, 11. Mai, sendet „heavenraDIO“ live aus Frankfurt und informiert über alles, was auf dem Kirchentag passiert. Das Programm ist im Rhein-Main-Gebiet auf UKW 92,9 zu empfangen – auf heavenradio.de außerdem als Livestream.

Donnerstag, 13. Mai:
10 Uhr Ökumenischer Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt
19.30 Uhr In Sankt Josef (Frankfurt-Bornheim) ist die Installation „1000 weiße Tauben“ zu sehen. In einer „Stunde der Ruhe“ können sie mit musikalischer Untermalung betrachtet werden. Anmeldung unter: www.st-josef.de

Freitag, 14. Mai:
11 Uhr Schaut hin – Jüdisches Leben in Frankfurt. Gedenkveranstaltung mit Beiträgen gegen Antisemitismus und Rassismus
19 Uhr Festveranstaltung mit dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier
20 Uhr Ökumenisches Oratorium. Zwei Solistinnen und zwei Solisten singen zu den Klängen der 50-köpfigen Neuen Philharmonie Frankfurt am Main unter der Leitung des Wetzlarer Domorganisten Valentin Kunert. Außerdem dabei: ein Chor aus Studierenden der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt unter der Leitung von Florian Lohmann sowie die Frankfurter Co-Op Dance Company.

Samstag, 15. Mai:
Von 8 Uhr an in der Mediathek auf oekt.de zu sehen: Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutiert über Klimaschutz, unter anderem mit der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer ; Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht mit Friedensforscherinnen und Politikwissenschaftlerinnen über „Friedenssicherung in einer unsicheren Welt“; über Corona und internationale Gesundheitspolitik tauscht sich Bundesaußenminister Heiko Maas mit Fachleuten der sozialen und medizinische Versorgung Südamerikas, Afrikas und in Nahost aus.
9 Uhr Podium zum Schwerpunkt Glaube und Spiritualität: „Die Corona-Pandemie als spirituelle Herausforderung“
11 Uhr Schwerpunkt Zivilcourage: Rechtsterrorismus in Deutschland, Podium etwa mit Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Caro Keller (NSU-Watch)
15 Uhr Schwerpunkt Religiöse Vielfalt:
„In welcher Welt wollen wir leben?“
16 Uhr „Wer zahlt die Rechnung der Corona-Pandemie?“ Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz spricht darüber mit Eva Maria Welskop-Deffaa vom Caritas-Verband im Livestream auf oekt.de. Wege aus der Klimakrise sind das Thema der Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock im Gespräch mit dem Sozialethiker Johannes Wallacher und der Konzernchefin Marie-Luise Wolff; sie wird anschließend ebenso als Aufzeichnung auf oekt.de zu sehen sein wie CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet , der sich im ÖKT-Studio Fragen zu Wirtschaft und Finanzen stellt.
17 Uhr Hauptpodium: „Wir glaubwürdig sind die Kirchen?“ mit Katrin Göring-Eckardt , Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Wolfgang Rösch. Generalvikar des Bistums Limburg, Ulrike Scherf, stellv. Kirchenpräsidentin der Ev. Kirche in Hessen und Nassau und anderen

Sonntag, 16. Mai;
9.30 Uhr Schlussgottesdienst auf der Weseler Werft „Schaut hin – blickt durch – geht los“

Einen Stadtspaziergang in Frankfurt mit neun Etappen und neun brennenden Themen bietet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau an. Näheres unter www.oekt.de/spaziergang

Alle drei Gottesdienste wird Lewerenz maßgeblich gestalten. Beim ersten am Donnerstag wird er sich in der Katharinenkirche dem segnenden Christus in Rio de Janeiro und der Frage, wo Christus heute nicht mehr sichtbar ist, nähern. Zwei Tage später predigt Lewerenz in der katholischen Nachbargemeinde Liebfrauen über die Liebe. „Nächstenliebe kennt keinen festen Adressatenkreis“, sagt er. Sie müsse unabhängig von beispielsweise der Religion, der Sexualität oder der Herkunft sein. Den Abschluss bildet am Sonntag ein Gottesdienst in St. Katharinen. „Wir brauchen dringend den Heiligen Geist, der uns neuen Wind in dieser Zeit gibt“, gibt der Pfarrer einen kurzen Einblick in seine geplante Predigt.

Kirche: Gottesdienste ohne Gesang sind nicht attraktiv

Die Pandemie hat auch spürbare Auswirkungen auf die Kirche. Man müsse sehen, ob die Menschen nach Corona zurückkämen. Ausgeschlossen ist es nicht. In der Katharinengemeinde werden die Passions- und Orgelandachten sehr gut besucht. Aber Lewerenz weiß auch, dass Gottesdienste, bei denen nicht gesungen werden darf, nicht attraktiv für die Menschen sind. Der Pfarrer fürchtet, dass es zudem einen Beteiligungsknick bei den ehrenamtlichen Helfern und Chören geben könnte. Die lange Pause bei diesen Aktivitäten könnte zum Problem werden.

Kirchenaustritte: Mitgliederzahlen der Gemeinden gehen zurück

Die Frage, was Kirche tun muss, um weiter attraktiv zu sein und Menschen für sich zu gewinnen, ist nicht leicht zu beantworten. Lewerenz spricht sich gegen „einen Gemischtwarenladen“ aus, bei dem alles angeboten wird, um es jedem recht zu machen. Man müsse Punkte finden, wo die Kirche andocken könne, um die breite Gesellschaft zu erreichen. Dazu bedürfe es auch einer Zusammenarbeit aller Gemeinden. Verschiedene Profile könnten mehr Menschen ansprechen und ließen Spielraum zur Spezialisierung – und dadurch zur Anhebung der Qualität, wie er meint. Insgesamt würden die Mitgliederzahlen der Gemeinden aber eben zurückgehen. „Egal, was man verändert.“ (Steven Micksch)

Ende März hieß es noch, dass der Kirchentag in Frankfurt volldigital werde. Zumindest ist es jetzt keine Absage des Kirchentages in Frankfurt geworden und man kann an kleiner gehaltenen Präsenzangeboten teilnehmen.

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