Frankfurt-West

Kirche von unten

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Die katholischen Gemeinden Gallus, Griesheim und Nied befragen ihre Mitglieder. Die 25- bis 40-Jährigen sollen Wünsche äußern, wie sie stärker fürs Gemeindeleben zu begeistern wären.

Die katholische Kirche entdeckt die Demokratie. Getreu dem aus dem Lukas-Evangelium entnommenen Motto „Was willst Du, dass ich für Dich tun soll?“ befragen die Gemeinden im Gallus, in Griesheim und Nied ihre Mitglieder. „Was können wir besser machen?“ „Was sind Ihre Wünsche und Bedürfnisse?“ Das sind nur zwei der Fragen.

Antworten sollen die 25- bis 40-Jährigen. Das ist die Altersgruppe, die beruflich stark gefordert ist, womöglich gerade eine Familie gegründet hat. Also die Altersgruppe, die nicht so aktiv im Gemeindeleben ist. „Das ist so ein Gefühl“, sagt Stefan Jung von der Gemeinde St. Markus in Nied. „Ein großer Teil der Mitglieder hat keinen direkten Bezug zur Gemeinde“, hat er beobachtet. Sie sind Katholiken und leben im Stadtteil, nehmen aber wenig am Gemeindeleben teil.

Jung ist selbst Mitglied dieser Altersgruppe. Ebenso Christoph Winterer von der Gemeinde Mariä Himmelfahrt in Griesheim. Beide sind aber sehr engagiert. Als Mitglieder des Pfarrgemeinderats und Sprecher der Arbeitsgruppe, die Ideen für pastorale Innovation entwickeln möchte. Also Ideen, wie die Gemeinden den Bedürfnissen und Nöten der jungen Erwachsenen besser entgegenkommen können.

Auf einer Klausurtagung des Pfarrgemeinderats hat sich der Arbeitskreis gegründet, verbunden mit dem Gedanken, eine Befragung zu entwickeln. Vorschläge für niederschwellige Angebote gibt es ja. Zum Beispiel, die Kirche auch mal abends zu öffnen, nicht nur Sonntags morgens. Für Musik oder Andachten. „Aber wir wissen gar nicht, ob unsere Mitglieder das überhaupt wollen“, sagt Jung. Darum die Befragung.

Den Weg, die Mitglieder stärker einzubinden, geht die Kirche auch beim anstehenden Zusammenschluss zur Großgemeinde. Eine Zukunftswerkstatt haben die Gemeinden eingerichtet, bei dem die Mitglieder das neue Pastoralkonzept mitentwickeln können. Einen gemeinsamen pastoralen Raum bilden die Gemeinden bereits, also die Vorstufe zur Fusion. „Wir haben uns Zeit genommen für den Prozess“, sagt Jung. So haben die Gemeinden bereits gute Verbindungen zueinander aufgebaut. Die Mitglieder sollen sich nun besser kennen lernen.

2250 Katholikinnen und Katholiken im Westen sollen nun aber erst einmal Wünsche äußern und Fragen beantworten, anonym per Brief oder online. Vielleicht, so hoffen Jung und Winterer, stehen einige auch zu einem Gespräch oder einem Telefonat zur Verfügung.

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