Auszeichnung

Frankfurt: Chungja Agnes Kim erhält Norgallpreis

Die ehemalige Opernsängerin Chungja Agnes Kim wird für ihr Engagement in Malawi ausgezeichnet.

Von der Straße in die Schule. Das ist das Projekt von Chungja Agnes Kim. Für ihr Engagement in Malawi im Südosten Afrikas zeichnete sie der Internationale Women’s Club (IWC) of Frankfurt am Mittwoch mit dem Elisabeth-Norgall-Preis aus.

Chungja Kim ist ehemalige Opernsängerin und Professorin der Universität der Künste in Seoul. 2004 legte sie mit 60 Jahren ein Sabbatjahr ein, bei dem sie um die Welt reiste und nach einer neuen Lebensaufgabe suchte – erfüllt von Dankbarkeit darüber, dass sie ein privilegiertes Leben führen durfte. In Koronga, im Norden Malawis, fand sie schließlich ihren Platz. „Ich möchte zurückgeben was ich bekommen habe“, sagt Kim. 2010 initiierte sie dort nach ihrer Emeritierung das Projekt „Chungja Agnes Kim, ihre Liebe zu Afrika“.

Mit der Hilfe ihres Sohnes, Leiter eines Jazz-Orchesters in Berlin, baute sie in Malawi ein Musikzentrum auf, um die Kinder musisch zu fördern. 20 Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren können dieses Zentrum von Chungja Kim kostenfrei besuchen. In jedem Jahrgang nimmt Kim etwa fünf junge Menschen auf, die sie bei einem Vorsingen und -sprechen überzeugen müssen. Vier Jahre dauert die Ausbildung. Danach können die Absolventen als Lehrer im Zentrum tätig sein. Dieses verfügt auch über eine eigene Band, die schon in Korea, Berlin und im Frankfurter Senckenberg Museum konzertierte.

„So sind wir auf Chungja Kim aufmerksam geworden“, sagt Yong-Hi Yim-Siegels, Vorsitzende des Ausschusses für den Norgall-Preis. Zu Ehren der IWC Gründerin Elisabeth Norgall geht der Preis seit 1978 abwechselnd an eine deutsche und eine ausländische Frau, die sich für Frauen oder Kinder in aller Welt engagiert haben. Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Kim ist die erste Asiatin, die der IWC für ihren Einsatz auszeichnet.

Ihr Projekt finanziert sich durch Spenden von Freunden. „Meine Freunde verstehen, dass das meine Berufung ist“, sagt die 75-Jährige. Neben dem Musikzentrum eröffnete sie auch eine Grundschule für 400 Kinder. Diese baute Kim von Spenden, die sie durch Ausstellungen von Bildern eingenommen hat, die Kinder in Koronga gemalt hatten.

Mittlerweile lebt Chungja Kim in Malawi. „Nur wenn ich mit den Menschen lebe, kann ich sofort handeln und weiß auch wo das Geld hinfließt“, sagt sie. So setzte sie sich auch für den Bau von 24 Brunnen ein. Ab und zu kommt sie nach Deutschland und Korea, um den Temperaturen von bis zu 50 Grad zu entfliehen. „Nach fünf Monaten muss ich mich immer wieder neu auftanken“, sagt sie.

Von Lilian Schmitt

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