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Kinder-Uni Frankfurt: Komplexe Forschung verständlich machen

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Von: George Grodensky

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Ein Ringelreihen erlebt der Body of Knowledge auf dem Campus Westend auch nicht alle Tage.
Ein Ringelreihen erlebt der Body of Knowledge auf dem Campus Westend auch nicht alle Tage. © Monika Müller

Professorinnen und Professoren zeigen, was die Hochschule zu bieten hat. Die Vorträge sind kindgerecht aufbereitet.

Eine Vorlesung für die Frankfurter Kinder-Uni vorzubereiten, ist eine „Herausforderung“, sagt Nicole Deitelhoff. Dabei ist der renommierten Politikwissenschaftlerin eigentlich vor nichts bange. Aber Kindern erklären, was Frieden ist und wie der dauerhaft zu erreichen wäre, puh, da muss sie sich reinknien.

„Ich habe mehr investiert als in manche andere Vorlesung“, sagt Deitelhoff. Dass sie dreimal hintereinander im Audimax spricht, das mache ihr nichts aus. Aber: „Ich muss den Vortrag so gestalten, dass er für Kinder verständlich ist.“ Das heißt: weniger Fachjargon nutzen, Beispiele geben, unterschiedliche Medien einsetzen, Reize setzen. Das Publikum ist zwar aufmerksam, hat aber eine begrenzte Konzentrationsfähigkeit. „Da kann ich nicht eine Stunde einfach nur reden.“

Warum sie das auf sich nimmt? „Weil das eine der lohnenswertesten Initiativen überhaupt ist.“ Nicht nur sei das Thema sehr wichtig: Kindern erklären, was in der Ukraine passiert. Kindern generell erklären, wie dauerhafter Frieden erreicht werden kann. Es ist auch für die Universität wichtig, sich zu zeigen. „Die Uni möchte praktisch werden in der Gesellschaft“, sagt Deitelhoff, deutlich machen, was sie kann und tut für die Gesellschaft.

Der Umgang mit Konflikten ist dabei ein ganz zentraler Punkt. Konflikte gibt es überall, auch bei den Kindern selbst, in den Familien, in der Schule. „Streit ist per se nichts Schlechtes“, sagt Deitelhoff. An der Reibung könne man wachsen. Die Frage sei, wie man mit Streit umgeht, schlichtet, die Konfliktpunkte auflöst.

Seit 2002 stellt die Goethe-Uni jedes Jahr wieder ein Programm für junge Besucherinnen und Besucher auf die Beine. Nur im ersten Pandemiejahr 2020 ist es ausgefallen. „Wir wollen alle Schulformen erreichen, nicht nur die Gymnasien“, sagt Anke Sauter, Sprecherin der Kinderuni an der Goethe-Uni. Die Gruppe der Acht- bis Zwölfjährigen sei auch noch frisch und ungehemmt, „sie stellen Fragen und sind neugierig“, freut sich Sauter.

Und sie strömen herbei. Der Audimax ist fast bis zum letzten Platz gefüllt. Ende der Woche werden wieder mehr als 10 000 Besucherinnen und Besucher dort gelauscht, beobachtet und diskutiert haben. „Der Ausflug auf den schönen Campus Westend und die engagierten Vorlesungen von Professoren und Professorinnen werden vielen bestimmt lange in Erinnerung bleiben“, sagt Peter Gatzemeier von der Dr. Marschner Stiftung, die die Frankfurter Kinderuni unterstützt.

www.kinderuni.uni-frankfurt.de

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