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Mit einer Stimme sprechen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der Magistrat sollte beim Kinder- und Jugendtheater eine einheitliche Linie haben - alles andere schadet dem Theater und letztlich den Kindern und Jugendlichen.

Frankfurt sollte mit einer Stimme sprechen, wenn es darum geht, Partner für das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus zu finden. So wie die Menschen aus den Städten und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet nach Frankfurt fahren, um ins Schauspiel und in die Oper gehen, so werden die Eltern mit ihren Kinder und die Jugendlichen aus dem Umland sowie die Schulen und Horte in das Kinder- und Jugendtheater nach Frankfurt kommen. Weil es in der Region kein vergleichbares Angebot gibt.

Es macht viel Sinn, das Land Hessen und die Städte und Kommunen in der Region in das Aufsichtsgremium des Kinder- und Jugendtheaters einzubinden. Nicht nur werden die Kinder und Jugendlichen aus der Region nach Frankfurt ins Theater fahren, das Theater wird auch zu ihnen in die Städte und Gemeinden. Da wollen die Partner sicher mitreden, was wann wo gezeigt wird.

Was für ein Signal ist es da, wenn die Frankfurter Kulturdezernentin wortgewandt für das Kinder- und Jugendtheater wirbt, und der Stadtkämmerer lapidar meint, es gebe Wichtigeres?

Das ist ein verheerendes Signal. Es schadet nicht nur der Sache - in den 1990er Jahren ist ein Kinder- und Jugendtheater schon einmal am Geld gescheitert. Es schadet vor allem den Kindern und Jugendlichen. Denn für sie gibt es momentan keinen zentralen Ort, an den sie schauspielern, tanzen, Bühnenbilder bauen können. Einen Ort, der Workshop-Räume, Theatervermittlung, Bühnen für die Aufführungen bietet - der Jugendclub des Schauspiels Frankfurt für 300 Personen ist eine Ausnahme.

2019 lebten aber 126 000 Kinder und Jugendliche in Frankfurt. Und auch wenn sicherlich nicht alle theaterbegeistert sein werden: Die Angebote der freien Szene, die seit 40 Jahren Kinder- und Jugendtheater macht, und des Jugendclubs reichen nicht mehr aus.

Frankfurt wächst. Mehrere Schulen werden pro Jahr eröffnet. Aber ein Theaterhaus für die Kinder und Jugendlichen gibt es nicht. Das zeigt, wenn man es böse sagen wollte, die fehlende Wertschätzung. Vom fehlenden Wahlrecht für Menschen ab 16 Jahren ganz zu schweigen.

Die Kinder und Jugendlichen haben mehr Mitbestimmung und mehr Angebote verdient. Die Stadt Frankfurt sollte mit einer Stimme sprechen und für das Kinder- und Jugendtheater werben.

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