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Der gemeinsame Lauf auf dem Oppenheimer Platz ist auch ein Teil der Aktion.

Bildung

Kinder laufen für Vielfalt: Neue Aktion gegen Rassismus

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
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Grundschülerinnen und Grundschüler aus Frankfurt setzen sich im Unterricht mit Diskriminierungen im Sport auseinander.

Jubel bricht aus bei den neunjährigen Schülerinnen und Schüler der Klasse 4a der Textorschule in Sachsenhausen. Sie haben es geschafft, gemeinsam 100 Runden in unter fünf Minuten auf dem Spielplatz am Oppenheimer Platz zu laufen. Für jede gelaufene Runde erhalten die Kinder bunte Gummiarmbänder. Dann ist die nächste Klasse an der Reihe, die nun von der 4b lautstark angefeuert wird.

Der Lauf der insgesamt fünf Klassen der Jahrgangsstufe 4 gehört zu der Aktion „Run #Against Racism“, das vom Frankfurter Kultur Komitee und der Mainova initiiert wurde. Ziel der Aktion ist, die Kinder von zehn Grundschulen aus Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet für das Thema Rassismus im Sport zu sensibilisieren. Die Schülerinnen und Schüler der Textorschule haben am Dienstag den Auftakt gemacht. Zu der Aktion zählen neben dem 100-Runden-Lauf auch ein 40-minütiger Vortrag zu Rassismus im Sport.

Die Klasse 4b von Lehrerin Katharina Dötsch hat sich den Vortrag, der schon vergangene Woche stattfand, „sehr interessiert“ angehört, wie Dötsch sagt. „Es wurde über schwarze Fußballspieler geredet, die mit Affengeräuschen beleidigt werden. Die Kinder waren geschockt, weil sie so etwas noch nicht erlebt haben und nicht verstanden, warum Affengeräusche eine Beleidigung sind“, sagt Dötsch.

Dass die Kinder bereits in der Grundschule nun mit dem Thema Rassismus konfrontiert werden, sei jedoch sehr gut für deren Entwicklung. „Bei Kindern in dem Alter kann man noch viel bewirken. Sie lernen dadurch, wie sie mit anderen Menschen umgehen sollten“, sagt Lehrerin Dötsch.

Die Aktion „Run#Against Racism“ passe gut zum Konzept der Textorschule als Europaschule, findet Stefanie Weitzel, stellvertretende Schulleiterin. „Die Kinder an unser Schule sprechen 39 Sprachen. Sie sind gut integriert und kommen aus sehr bildungsnahen Familien.“

Weitzel nimmt sich zum Ziel, dass die Kinder an ihrer Schule zu jungen Europäerinnen und Europäern erzogen werden. „Durch solche Aktionen zeigen wir ihnen, wie wichtig die Gemeinschaft ist, ob in der Schule oder in Europa“, sagt Weitzel.

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