Eltern und KInder haben klare Forderungen.
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Eltern und KInder haben klare Forderungen.

Kita-Öffnung

Kinder kehren in Teilzeit in die Frankfurter Kitas zurück

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Das Konzept für die Öffnung der Kitas ab Dienstag sieht vor, dass jedes Kind an zwei bis drei Tagen in der Woche betreut wird.

Ab Dienstag sollen alle Kinder in die Kitas zurückkehren – an mindestens zwei festen Tagen in der Woche. Ein dritter Tag wird, wenn möglich, rhythmisierend angeboten. So soll für jedes Kind eine 50-Prozent-Betreuung gewährleistet werden. Das sieht das Konzept von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) zur Öffnung der Kitas vor, das sie am Freitag vorlegte. „Es ist eine schrittweise Öffnung, es ist kein normaler Betrieb“, sagte sie. Vorrang habe der Schutz der Kinder und der Erwachsenen in der Einrichtung. „Es war uns aber bei der Öffnung wichtig, verlässlich zu sein“ – und etwa feste Tage anzubieten, damit Eltern diese mit dem Arbeitgeber absprechen können.

Das Konzept wurde gemeinsam mit den Trägern und Gesundheitsfachleuten erarbeitet. Die Kitas sollen von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben, empfiehlt die Stadt. Die durchschnittliche Gruppengröße soll 70 Prozent der normalen Kapazität betragen. Die Notbetreuung für Kinder mit Eltern in systemrelevanten Berufen wird weiterhin aufrechterhalten, sie können jeden Tag in die Kita gehen. Da alle anderen Kinder zumindest tageweise in festen Gruppen zurückkehren sollen, wird es kein Gerangel um die übrigen Plätze geben. „Das wollten wir möglichst vermeiden.“

„Wir können die Gruppen aber nicht vollmachen“, sagte Weber und nannte zwei limitierende Faktoren: zum einen den Hygiene- und Infektionsschutz, der etwa Abstandsregelungen vorsieht. „Das gelingt bei Kita-Kindern nicht immer, aber wir versuchen, große Räumlichkeiten hinzubekommen.“ Mehrzweck- und Differenzierungsräume sollten genutzt werden, auch sollten die Kinder viel draußen sein. 

Personal als begrenzender Faktor

Zum anderen begrenzt die Zahl der Erzieherinnen und Erzieher die Aufnahme von mehr Kindern am Tag. Viele können nicht für die Betreuung eingesetzt werden, weil sie der Risikogruppe angehören. Bei den mehr als 200 Trägern in der Stadt ist der Ausfall ganz unterschiedlich hoch, er liegt zwischen 10 und 45 Prozent. Schon die 50-Prozent-Betreuung zu gewährleisten, sei bei manchen Einrichtungen daher schwierig, sagte Weber. In diesen Fällen schaue man, ob Kolleginnen aus Nachbareinrichtungen aushelfen könnten oder in anderen Einrichtungen Plätze frei seien.

Weber nennt die nächste Woche „die erste Phase“ der Öffnung. „Wir lassen es anlaufen, schauen, wie es klappt.“ In die zweite Phase gehe es übernächste Woche: Können Einrichtungen nicht jedem Kind einen Teilzeitplatz anbieten, „dann schauen wir, ob wir Leute mit pädagogischer Erfahrung hineinbringen.“ Zum Beispiel Studierende. Eltern sollen allerdings nicht für die Betreuung herangezogen werden. „In den Kitas gelten verschärfte Bedingungen, da brauchen wir Leute mit pädagogischem Hintergrund.“ Auch wolle man sich etwa in Gemeindezentren nach weiteren Räumen umsehen, damit die Kitas die 50-Prozent-Betreuung gewährleisten können. „Aber das ist nicht so einfach, die müssen kindgerecht sein“, sagte Weber. Die Räume müssten vom Stadtschulamt auf ihre Eignung überprüft werden. „Grundsätzlich ist das möglich, aber noch nicht in der ersten Woche.“ Ein Angebot für weitere Flächen gibt es schon: Sportdezernent Markus Frank (CDU) bietet Kitas die Liegewiesen der Freibäder, die städtischen Sportanlagen, das FSV-Stadion an.

Die Betreuungszeiten für jedes Kind erhöhen will Weber zunächst nicht. „Wir müssen die Entwicklung abwarten“, sagte sie. „Wenn die Infektionszahlen runtergehen, spricht aber nichts dagegen, die Betreuung auszuweiten.“

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