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Sobald das Wetter schön ist, kommen viele Besucher zum Lohrberg – etliche mit dem Auto. Bis vor kurzem konnten sie auf den Wiesen parken, wie hier während des Blütenfests.

Baumstämme gegen Wildparken

Autoverkehr am Lohrberg: Kein Konzept, keine Parkplätze

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Baumstämme sollen das Wildparken verhindern, doch jetzt blockieren Autos den Berger Weg. Der Ortsbeirat 11 fordert eine Ringbuslinie für den Frankfurter Hausberg.

Seit kurzem verhindern Baumstämme das wilde Parken auf den Wiesen am Lohrberg. Doch jetzt stellen viele ihre Autos auf der Zufahrtsstraße zum Frankfurter Hausberg ab und blockieren den Weg. Die Buslinie 83, die an Wochenenden fährt, kommt seitdem oft nicht durch. Der Ortsbeirat 11 kritisiert den Vorstoß und fordert eine Ringlinie.

Unlängst sei sie zum Lohrberg spaziert, erzählte Ricarda Grünberg (Linke) in der Ortsbeiratssitzung am Montag. Für den Rückweg wollte sie den Bus nehmen. Doch an der Haltestelle habe sie mit anderer Ausflugsgäste, darunter Gehbehinderten, vergeblich gewartet. Eine Ordnungskraft habe mitgeteilt, der Bus könne den Berger Weg wegen parkender Autos nicht passieren.

Weil die Wiesen am Berger Weg verbotenerweise als Parkflächen genutzt worden waren, sind sie vor einigen Wochen gesperrt worden. „Kaum hat die Idee im Raum gestanden, haben die Baumstämme dort gelegen, ohne dass ein Konzept vorgestellt wurde“, sagt Johannes Bomba (FDP). Kritik gibt es auch von Pächtern und Eigentümern am Lohrberg. Die Stämme blockierten die Zufahrt, wenn sie etwa mähen oder etwas abtransportieren wollten, schreibt der Seckbacher Walter Fleischer der FR. Das Umweltdezernat sagt auf Anfrage zu, die Stämme bei Bedarf zu versetzen.

Ortsbeirat will Ringbuslinie

„Das hat der Magistrat schlecht gemacht“, kritisiert Benjamin Wiewiorra von der CDU im Ortsbeirat. Sein Vorschlag: Eine Ringlinie soll die Anfahrt mit dem Bus attraktiver machen. Bisher fährt der 83er von der Friedberger Warte zum Lohrberg und wendet dort. Eine Ringlinie könnte auch Bergen und den U-Bahnhof Enkheim anfahren. Der Ortsbeirat 11 nahm den Vorschlag positiv auf.

Die Installation einer Sperre, die Busfahrer öffnen können, sei zwar mit höheren Kosten verbunden. Allerdings kein Vergleich dazu, wenn bei einem Notfall ein Hubschrauber angefordert werden müsse, weil Krankenwagen nicht zwischen parkende Autos passt. Ein Antrag soll folgen.

Baumstämme verhindern neuerdings das Wildparken am Lohrberg.

Die Vorsteherin des Bergen-Enkheimer Ortsbeirats 16 Renate Müller-Friese (CDU) begrüßt die Idee auf Anfrage der FR. In Bergen ist der Weg zum Lohrberg durch eine Schranke für Fahrzeuge derzeit gesperrt. Vergleichbares gebe es etwa an einem Strand am Berliner Wannsee. „Der ist komplett für Autos gesperrt. Da funktioniert das mit einem Ringbus super.“

„Am Lohrberg ist es durch den Autoverkehr immer ein bisschen problematisch“, sagt Klaus Linek, Sprecher der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Bisher laufe die Saison aber ganz gut: „Allerdings hat es wetterbedingt noch keine so großen Ausflugswochenenden gegeben.“ Die Stadtpolizei sehe öfter nach dem Rechten und auch die Busfahrer seien vor Betriebsbeginn vor Ort.

Ein Ringbus sei schon einmal im Gespräch gewesen“, sagt Linek. Komme ein politischer Antrag, werde geprüft, „ob es sinnvoll und machbar ist“.

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