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Nichts los am Luisenplatz. Seit dem Wochenende gilt auch hier die Ausgangssperre
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Nichts los am Luisenplatz. Seit dem Wochenende gilt auch hier die Ausgangssperre

Coronavirus

Keine Sonderregeln für Frankfurt

Stadt Frankfurt die Menschen nicht mit zusätzlichen Vorgaben verwirren, trotz der hohen Inzidenz.

Zum ersten Mal in diesem Jahr hat Frankfurt gestern wieder eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 erreicht. Mit 201,4 lag die Stadt hessenweit auf Platz 7, ganz oben stand weiterhin Offenbach mit 307,8.

Zwar ist es gesetzlich möglich, dass einzelne Kommunen ihre Maßnahmen über die bundesweit geltende „Notbremse“ hinaus verschärfen. In Frankfurt sei das aber nicht geplant, sagt Kirsten Gerstner, Sprecherin von Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). „Es wurde lange diskutiert. Jetzt haben wir endlich eine bundeseinheitliche Regelung, die für eine Inzidenz von 200 keine zusätzlichen Maßnahmen vorsieht. Und an die halten wir uns.“

Ziel des Frankfurter Gesundheitsamts sei es, die Akzeptanz der Corona-Regeln zu fördern. „Wir wollen die Bürger dazu bekommen, die Maßnahmen einzuhalten. Es bringt nichts, wenn wir jetzt aktivistisch loslegen und Sonderregeln schaffen.“ Denn Extraregeln würden die Gefahr bergen, dass die Menschen sie nicht verstehen. Außerdem könne ein Gericht sie leicht wieder kippen, so dass noch mehr Vertrauen verspielt werde.

Zumal die Regeln mit Inkrafttreten der Bundes-Notbremse ja erst am Samstag verschärft worden seien. Seitdem ist es unter anderem Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln eine FFP-2-Maske zu tragen, Schulen und Kitas sind geschlossen, nachts gilt eine Ausgangssperre. „Man muss diesen Maßnahmen erst mal eine Chance geben, zu wirken“, sagt Gerstner.

Die Qualität der Kontaktnachverfolgung habe sich wegen der gestiegenen Inzidenz nicht verschlechtert. Fünf Mitarbeiter:innen pro 20 000 Bürger:innen seien seit Ende März vorgeschrieben, Frankfurt liege mit seinem Team aus Gesundheitsamt-Mitarbeiter:innen, Bundeswehrsoldat:innen und Medizinstudent:innen, die das Robert-Koch-Institut zur Verfügung gestellt hat, sogar darüber. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt Gerstner.

Neben den Verschärfungen habe die Frankfurter Corona-Strategie zwei weitere Standbeine: verstärkte, kostenlose Tests und Impfen, was gehe. Noch bis 4. Mai bietet das Gesundheitsamt zum Beispiel zusätzliche Impftermine für über 60-Jährige oder Menschen der Prioritätsgruppen 1 bis 3 mit Astrazeneca.

Deshalb sei man guten Mutes, dass die Inzidenz bald wieder sinken wird. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir das in den Griff kriegen.“ Solange die Bürger:innen mitmachten. „Wir müssen jetzt alle noch mal die Zähne zusammenbeißen und konsequent sein. Das Ende der Maßnahmen steht und fällt mit den Menschen“, sagt Gerstner.

In 19 hessischen Kommunen lag die Inzidenz gestern niedriger als in Frankfurt, am geringsten sind die Zahlen im Wetteraukreis, wo sich in den vergangenen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner:innen 104,4 Menschen mit Covid angesteckt haben. Deutschlandweit lag die Inzidenz gestern bei 168, hessenweit bei 177. Insgesamt hatte Frankfurt seit Pandemiebeginn an 28 Tagen eine Inzidenz von mehr als 200. Der bisherige Maximalwert lag bei 291,3 und wurde am 9. November 2020 erreicht.

Die Intensivbetten in Frankfurt wurden in den vergangenen Tagen leicht aufgestockt. Gestern standen 288 Betten bereit, also knapp 20 mehr als noch vor Ostern. 88 Prozent von ihnen waren belegt (254 Betten), davon wiederum 29 Prozent (83 Betten) mit Covid-Patient:innen. 35 von ihnen mussten beatmet werden.

Im Moment haben laut Gesundheitsamt 2113 Frankfurter:innen offiziell Corona, insgesamt litten bisher 34 611 an der Krankheit. Dabei haben die Jüngeren die Älteren längst überholt: Während seit Beginn der Pandemie 5888 Frankfurter:innen, die über 60 Jahre alt waren, an Corona erkrankten, waren es bei den 15- bis 34-Jährigen 11 914 Personen, bei den 35- bis 59-Jährigen gar 13 855. Das liegt unter anderem daran, dass mittlerweile immer mehr über 60-Jährige geimpft sind.

Das höchste Risiko, zu erkranken, haben weiterhin 15- bis 34-Jährige, wobei sich Männer etwas häufiger anstecken als Frauen. Es folgen in etwa gleichauf 35- bis 59-Jährige sowie die über 80-Jährigen. Das niedrigste Risiko, Corona zu bekommen, haben Kinder unter vier Jahren.

Anders sieht es bei den, Stand gestern, 717 Todesfällen aus. 437 – und damit 61 Prozent der Gestorbenen – waren über 80 Jahre alt, darunter deutlich mehr Männer als Frauen. Weitere 22 Prozent waren zwischen 60 und 79 Jahren und männlich, zwölf Prozent in derselben Altersgruppe und weiblich. In der Gruppe der unter 34-Jährigen gibt es kaum Corona-Tote.

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