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So voll wie üblich war es am Montagmorgen am Schaumainkai.

Mainkai-Sperrung

Keine Probleme im Berufsverkehr in Frankfurt

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Die Sperrung des Frankfurter Mainkais wirkt sich zum Ende der Ferien kaum auf den Berufsverkehr aus.

Zum Schulbeginn am Montag hat sich die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße in Frankfurt nicht auf dem Verkehr in der Innenstadt ausgewirkt. „Es war ganz normaler Berufsverkehr, ohne größere Vorkommnisse“, sagte Gert Stahnke, der Leiter des Straßenverkehrsamts.

Auf der Website mainziel.de stellte das Straßenverkehrsamt morgens zäh fließenden Verkehr an einigen Hauptstraßen fest. Dazu zählten der Katharinen- und Ratswegkreisel, die Mainzer Landstraße und die Gutleutstraße. Stockend ging es auch am Reuterweg voran. Am Schaumainkai, der sich am südlichen Mainufer parallel zur gesperrten nördlichen Mainuferstraße befindet, mussten Autofahrer eine oder zwei Ampelphasen bis zur Weiterfahrt warten, ebenso an der Kurt-Schumacher-Straße. Auf der Berliner Straße herrschte freie Fahrt, wie die Frankfurter Rundschau aus eigener Anschauung berichten kann.

„Das hat sich alles im normalen Rahmen bewegt“, sagte Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Römer, der morgens gegen neun Uhr mit der Straßenbahnlinie 11 zur Arbeit fuhr. „Ich freue mich, dass es am ersten Tag des Berufsverkehrs nach den Ferien so entspannt zugegangen ist.“ Entgegen manchen Befürchtungen sei es nicht zu massiven Staus oder gar einem Zusammenbruch des Verkehrs in der Innenstadt gekommen. Siefert warb dafür, die einjährige probeweise Sperrung abzuwarten und daraus Erkenntnisse zu ziehen.

Das nördliche Mainufer ist bis zum Museumsuferfest im August nächsten Jahres gesperrt. Die Route nutzten bislang rund 20.000 Autofahrer täglich. Nun steht sie Fußgänger und Radfahrern offen. Die Stadt will Sitzmöbel platzieren. Die Restaurants dürfen mehr Tische und Stühle draußen aufstellen.

„Wir erwarten auch, dass mehr Kinder am Spielplatz Mainkai an der Untermainbrücke spiele und die gesperrte Straßen nutzen werden“, sagte Hans Preißl, Referent von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). „Was wir wollen ist ja, dass sich die Menschen die Stadt ein Stück weiter zurückerobern.“

Zuletzt hätten sich Anwohner beschwert, dass Motorradfahrer verkehrswidrig über den Mainkai gefahren seien. Das würden die städtische Verkehrspolizei und die Landespolizei im Auge behalten.

Amtsleiter Stahnke will die Verkehrsentwicklung beobachten. Erfahrungsgemäß seien nach Ende der Ferien in Hessen immer noch Arbeitnehmer im Urlaub. Der Berufsverkehr werde in den kommenden Wochen weiter zunehmen, sagte er. Nach Zahlen der Agentur für Arbeit pendeln täglich rund 376.000 Beschäftigte nach Frankfurt hinein, knapp 99.000 Frankfurter pendeln hinaus. Vier von fünf fahren mit dem eigenen Auto, das im Durchschnitt mit 1,1 Personen besetzt ist.

Um die Verkehrsverlagerung zu ermitteln, hat das Straßenverkehrsamt im März 2018 die Verkehrssituation in einer 24-Stunden-Zählung an zehn Knotenpunkten rund um den Mainkai erfasst. Diese Zählung wird im März 2020 wiederholt. Mithilfe der Daten von Navigationsgeräten werden sieben mögliche Ausweichrouten überprüft. Die Kosten der Sperrung betrugen 83.600 Euro; darunter 38.800 Euro für Anwohner-Stellplätze im Parkhaus Dom/Römer.

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