1. Startseite
  2. Frankfurt

Keine neue katholische Schule für Frankfurt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Hanack

Kommentare

Lernen im Zeichen des Kreuzes? Trotz Missbrauchsskandal sind katholische Schulen gefragt.
Lernen im Zeichen des Kreuzes? Trotz Missbrauchsskandal sind katholische Schulen gefragt. © imago images/epd

Der Träger des geplanten Gymnasiums St. Raphael zieht sich zurück. Offenbar haperte es an der Finanzierung.

Der geplante Neubau eines katholischen Gymnasiums in Frankfurt ist offenbar an der Finanzierung gescheitert. Entstehen sollte eine Schule für 800 Kinder und Jugendliche aller Konfessionen. Was aus dem Gelände am Brentanobad wird, ist ungewiss.

Ursprünglich sollte das Gymnasium Anfang September, mit Beginn des nächsten Schuljahres, seine Türen öffnen. Doch der Zeitplan für das ehrgeizige Projekt wurde Jahr für Jahr nach hinten verschoben. „Es war überhaupt nicht absehbar, ob und wann gebaut würde“, erklärt Patrick Hofmacher auf Anfrage. Die Malteser-Werke, die als Schulträger vorgesehen waren, hätten das Vorhaben nun aufgegeben.

7,5 Millionen Euro vom Bistum fehlen

Hofmacher, der die geplante Neugründung für die Malteser-Werke von Anfang an begleitet hatte, sieht die Verantwortung beim katholischen Bistum Limburg. Das habe zugesagt, den Bau des Gymnasiums mit 7,5 Millionen Euro unterstützen zu wollen. „Doch der Zuwendungsbescheid über diese Summe kam und kam nicht“, beklagt Hofmacher. Stattdessen habe das Bistum nur noch einen Betriebskostenzuschuss in der gleichen Höhe geben wollen. Dafür aber hätte zunächst die Schule gebaut werden und in Betrieb gehen müssen. Somit sei die geplante Finanzierung des 51-Millionen-Euro-Projekts hinfällig gewesen.

Man habe das Vorhaben immer für eine „super Idee“ gehalten, sagte ein Sprecher des Bistums der Frankfurter Rundschau. Allerdings habe man „nicht in Gebäude, sondern in die Bildung von Menschen“ investieren wollen. Die Auszahlung der 7,5 Millionen Euro sei von Anfang an und in allen Gesprächen an Auszahlungskriterien gebunden gewesen. Welche genau das seien, sagte der Sprecher nicht.

Kirchengebäude vor dem Abriss

Dass das Projekt nun nicht verwirklicht werden wird, könnte auch mit personellen Veränderungen im Bistum zusammenhängen. Dort wechselten zuletzt die Dezernenten für Schule und für Finanzen. Möglicherweise wäre das Vorhaben den Planungsbeteiligten aber aufgrund der massiven Preissteigerungen im Baugewerbe ohnehin zu teuer geworden.

Die Stadt Frankfurt hatte einen Zuwendungsbescheid über 16 Millionen Euro zugesagt. Was mit dieser Summe und dem möglichen Schulstandort nun wird, war am Dienstag nicht in Erfahrung zu bringen. Bei der Stadt gab es trotz mehrfacher Nachfrage dazu keine Auskunft.

Das Grundstück liegt an der Ludwig-Landmann-Straße und gehört zum Stadtteil Bockenheim. Auf der anderen Straßenseite beginnt Rödelheim, das Brentanobad liegt schräg gegenüber. Noch stehen dort die bereits 2020 entweihte Kirche, Pfarr- und Gemeindehaus. Sie sollten eigentlich abgerissen werden.

Auch interessant

Kommentare