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An Schulen herrscht Maskenpflicht – bisher auch im Unterricht. Michael Schick

Sinkende Infektionszahlen

Keine Maskenpflicht im Unterricht mehr in Frankfurt

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die Infektionszahlen sinken, deshalb gilt in Frankfurt ab Montag keine Maskenpflicht mehr im Unterricht. Im Stadtparlament warnen aber viele vor der kalten Jahreszeit.

Die zweiwöchige Maskenpflicht im Unterricht an Frankfurter Schulen wird nicht verlängert. Von Montag an muss in den weiterführenden Schulen kein Mund-Nasen-Schutz mehr im Unterricht getragen werden.

Das verkündete Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Donnerstagabend im Stadtparlament. Das Tragen der Maske sei eine „gut wirksame und verhältnismäßige Maßnahme“, sagte Majer. Doch nun seien die Infektionszahlen wieder stark gesunken. „Wenn wir die Maskenpflicht jetzt bestehen lassen, dann müsste das ja bis nächstes Frühjahr so bleiben.“ Man werde nun aber weiter auf das Infektionsgeschehen achten. „Es ist immer noch eine labile Situation“, sagte er.

Vom hessischen Kultusministerium ist eine Maskenpflicht in den Schulen nur bis zur Klassenzimmertür vorgesehen. Ob im Unterricht auch eine Maske getragen werden muss, haben Schulen in der ersten Woche nach den Sommerferien noch selbst entschieden. Für Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) ist es ein „falscher Ansatz, die Klassenräume auszunehmen“. Die Stadt Frankfurt hatte daher wegen steigender Infektionszahlen eine zwei Wochen geltende Allgemeinverfügung zum Tragen der Maske auch im Unterricht angeordnet.

Nun veröffentlichte die Stadt am Donnerstagnachmittag eine Bilanz des Schulbetriebs unter Pandemiebedingungen: Seit Ende der Sommerferien sind an 15 Schulen 19 positiv getestete Corona-Fälle bei Schülerinnen und Schülern und drei Fälle in der Lehrerschaft oder bei anderen in der Schule arbeitenden Erwachsenen aufgetreten. Auch sind in vier Kitas vier Erzieherinnen und ein Kind positiv getestet worden.

Größere Ausbrüche hätten verhindert werden können, sagte Majer. In nur wenigen Fällen habe der Unterricht kurzfristig ausgesetzt werden müssen, bis die Infektionslage geklärt gewesen war. „Es ist nicht so schlimm gekommen wie befürchtet“, sagte Majer.

Für Weber hat die Maskenpflicht „dazu beigetragen, eine Ausbreitung zu verhindern“. Auch bei erneut steigenden Zahlen würden Schul- und Kitaschließungen nicht „zu den ersten Maßnahmen gehören, aber auch nicht zu den letzten“. Um das zu vermeiden, warb Majer auch für die Masken. „Eine fehlende Akzeptanz wäre fatal“, sagte er. „Wenn im Winter die Zahlen steigen, dann sind wir froh, wenn wir die Schulen mit Masken offenhalten können und nicht alle nach Hause schicken müssen.“

Neben der Maskenpflicht ging es im Stadtparlament auch ums Lüften der Klassenräume. Wie die Empfehlung für den Winter aussehe und wie das in Passivhäusern, in denen die Fenster nicht wirklich geöffnet werden könnten, gehandhabt werde, wollte FDP-Stadtverordneter Stefan von Wangenheim wissen. Majer sagte, es müsse im Winter auf eine „intensivere Stoßlüftung während des Unterrichtsbetriebes“ geachtet werden, spätestens nach 20 Minuten sei zu lüften. Bei Schulgebäuden im Passivhausstandard sorgten Lüftungsanlagen für den Luftaustausch und das Gesundheitsamt habe festgestellt, dass von den Anlagen „keine Gefahren im Zusammenhang mit Covid-19“ ausgingen.

Der Gesundheitsdezernent ist aber auch über die Meldungen der vergangenen Tage zum Abhalten der Bundesligaspiele vor Zuschauern „irritiert“. Eigentlich sei die Ansage von Kanzlerin Angela Merkel, dass keine Spiele vor Zuschauern bis Ende Oktober stattfinden sollten. Doch jetzt würden Städte doch mit ihren Gesundheitsämtern versuchen, das hinzubekommen. „Das sind ungleiche Spielregeln“, sagte Majer. Er dränge deshalb auf einen Konsens auf Landesebene. „Und Frankfurt wird nichts ohne Entscheidung auf Landesebene beschließen.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warnte auch vor erneut steigenden Infektionszahlen in der „Matsch- und Schlammzeit, die jetzt auf uns zukommt“. Gerade hätte Frankfurt „einen Geschmack davon bekommen, wie es sich anfühlt, wenn die Zahlen wieder nach oben gehen“. Wir seien nicht „am Ende der Pandemie, sondern am Anfang und müssen lernen, damit zu leben, bis wir einen Impfstoff haben“. Es gelte deshalb weiterhin: Abstand halten, Hände waschen und Maske tragen – „das ist nicht das Ende der Demokratie“.

Wichtig sei es, wie „wir es schaffen, in der nächsten Runde den Einzelhandel zu retten“, sagte Feldmann. Wie flächendeckende Schul- und Kitaschließungen verhindert werden können. Wie auch anhand steigender Arbeitslosenzahlen „wir Frankfurt ohne große Schäden durch die Krise bekommen“. Die Stadt müsse ihren Teil leisten, es müsse auch Unterstützung von Bund und Land geben. Für Feldmann „werden wir an einem Soli 2 nicht vorbeikommen“.

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